Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
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Kracauer: Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612—16l8. 19 Klage: zahlung 175 Gulden zur Meßzeit geben solle. Lew hat aber die Verabredung nicht gehalten, sondern noch vor der Messe Ziegler verklagt, sein Holz mit Arrest belegt und ihn dadurch in seinem Gewerbe geschädigt. Art. 16) Salman hat sich von dem damals noch minorennen Zehner 2 VerschreLbungen in Höhe von 1000 Th. resp. 1800 Gulden ausstellen lassen. Als Z. nicht zahlen konnte, ließ er den Minorennen mit Erlaubniß des Rathes wider alle Vernunft und Billigkeit in den Schuldthurm werfen. Art. 17) Meyer hat dem minderjährigen Buchdruckergesellen Zunghenn widerrechtlich 23 Gulden vorgestreckt, für welche Hartmann, weiland Buchdrucker zu Speyer, gebürgt hatte. Dieser bezahlte den Juden, indem er das Geld von J.'s Lohn abzog. Trotzdem hat M. letzteren, als er nach Frankfurt kam, mit stetigem Anlaufen und Drohen gezwungen, ihm ohne Wissen der Eltern einen Schuldschein von 43 Gulden auszustellen; endlich hat er auch auf sein altväterliches Gut zu Ursel Arrest gelegt und Z.'s Vater gezwungen, obgleich doch die Schuld bezahlt war, ihm noch 44 Gulden zu geben. Art. 18) Trmnm hat dem minorennen Reifenstein 2 Reichsthl., einen Ring im Werthe von 2 Gld. und 2 Gld. bar gegeben und sich dafür einen Schein über 40 Gld. ausstellen lassen. Als Trumms Vater davon V ertheidigun g: der auch vom Advocaten Brenner aufgesetzt worden ist. Danach wollte mir Z. die eine Hälfte s sofort^ bezahlen, die andere aber in Terminen. Trotz öfterer Mahnungen hat er gar nichts gezahlt; deshalb habe ich Arrest auf sein Holz erlangt, aber nur 60 Gulden aus dem Verkauf gelöst; ich bin also bei weitem nicht zu meinem Gelde gekommen. Er hat mich schändlich um meine geringe Habe gebracht und klagt noch obendrein! Ich wünschte, ich hätte ihn nie kennen gelernt! S.: Ist nicht wahr. Z. war damals schon verheirathet; man befrage den Notar Egenolff, der die Schuld in sein Konfeßbuch eingetragen hatte. Zehner hat bisher alle seine Gläubiger betrogen. M.: Zunghenn hat vor 8 Jahren als Geselle bei H. gearbeitet, dieser aber hat nie für ihn gebürgt oder bezahlt, vielmehr ein Bürge zu Ursel. Der eine Schuldschein lautete auf 48 Gulden, der andere auf 6 Gld.; im ganzen habe ich nur 7 Gld. erhalten, trotzdem die Schuld 3 Jahre ausstand. I. war mit meiner geschäftlichen Coulanz so zufrieden, daß er seinem Vater davon rühmend Mittheilungen machte und noch heute mit mir in Verbindung steht. Tr.: Davon ist nur wahr, daß er mir laut der in meinen Händen befindlichen Obligation 13 Gulden schuldet; diese hat er nur deshalb von mir erhalten, weil er behauptete, mit Willen seines Vaters zu mir zu 2*