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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand
Date
1892-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kracauer: Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612 -1618. 5 Scharsrichter mit seinen Gehilfen und den Executivinstrumenten sich in der ersten Frühe bereit halten. Die Besoldung der Truppen fiel der Stadt zu, und zwar für den Fußsoldaten in Hohe von einem Reichsthaler, für den Capitän von zwei, für den reisigen Diener von drei Reichsthalern Auch der Juden gedachte das Rescript. Ihre Vorsteher erhielten den Befehl, in der Frühe des 28. Februar mit der gesammten Gemeinde vor dem Bockenheimerthor zu erscheinen und der weiteren Befehle gewärtig zu sein 2). Die nächsten Tage verstrichen mit den Anordnungen und Vorbereitungen für die Exemtion. Am 26. verbot der Rath unter Trommelschlag ^) den Wirthen das Ausschenken von Wein für die beiden folgenden Tage und schärfte jedermann ein, „sich in dieser Zeit eines stillen, eingezogenen Wesens in Worten und Werken zu erhalten" *). Die Sachsenhäuser, sowie die Frauen und das Gesinde sollten am Executionstage die Wohnungen nicht verlassen; dagegen ward die Anwesenheit sämtlicher Zunftmeister, Vorsteher der Gesellschaften, Bauherrn und Bürgermeister bei der Exemtion befohlen 5). Am 27. wurden auf dem Roßmarkt zwei größere Gerüste für den Rath und die Zünfte und ein kleines für die Delinquenten errichtet, woselbst diese ihr Urtheil vernehmen sollten. Die Mitte des Platzes nahm das Schaffst ein; man hatte es durch Schranken abgesperrt, welche von drei 6) hölzernen Säulen, die den Reichsadler mit der Unterschrift „Kaiserlicher Schutz" trugen, überragt wurden. Lange bevor noch der Tag graute, versammelte sich die Menge auf dem Roßmarkt und nahm den ihr angewiesenen Platz ein. Um 5 Uhr früh erschienen unter Vorantragung von Fackeln der Rath und die Vorsteher der Zünfte und Gesellschaften. Die Wälle, sowie alle militärisch wichtigen Punkte der Stadt wurden alsbald besetzt. Endlich um 7 Uhr verkündete Trompetengeschmetter und Paukenschall das Heranrücken der Truppen. Den Zug eröffnete der kurmainzische Marschall mit 50 Reitern, denen 300 Fußsoldaten folgten; an diese schlössen sich Reiterei und zwei Fähnlein Fußvolk an'), von denen sofort die Wälle besetzt wurden. Jn- Brgun. Bd. 18, 314. y 1. c. 315, Vinc. Strophe 78. s) 1. c. 73 u. 74, Diarium kistorienni S. 337. Iosif Omez Z 1107. 4) Brgun. Bd. 18, 316. 5) 1. c. und 314; doch sollte keiner bewaffnet den RoßmarkL betreten. 6) Nach dem Vincenzlied (Strophe 77) waren es 4 Säalen. 7) Diarium Zu8t0rieuui S. 338.

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