Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 367

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
Zur Mendelssohn-Literatur
Date
1890-01-01
Page
Seite 367 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2259275-2259324-2259328-2264758--1784-2264826
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Miscellen. 367 „Warum ich" — fragt er gegen Ende— „den Eingang . . weggelassen habe? Herr Mendelssohn wird (zu)verlässig die Ursache leicht einsehen und mir es verzeihen: die gelehrte Welt aber verliert an Werth eben nichts dabeh". In Grossingers lateinischer Übersetzung findet sich der Eingang S. 161—165; er beginnt mit den Worten: UaterialiZtae plsue sibl per- Lüssum dadeut ete. Der deutsche Druck von 1785 dagegen beginnt sogleich mit der „ersten Frage": „Kann die Materie in sich selbst die Kraft zu denken haben?" Von neuem gedruckt ist diese deutsche Abhandlung Mendelssohns in Moses Mendelssohns kleinen philosophischen Schriften, Berlin 1789. Der Herausgeber ist Mendelssohns Freund Johann Georg Müchler, der in diesem kleinen Buch auch Gedichte Mendelssohn's zuerst bekannt gemacht hat (vgl. Shakespeare-Jahrbuch 1890: „Der Hamlet-Monolog III, 1 und Lessings Freunde Mendelssohn und Kleist" von D. Jacoby). Der Abdruck, bei dem ebenfalls der Eingang fehlt, findet sich S. 173—230; er weicht, so viel ich gesehen habe, von dem Wiener Druck in orthographischen Kleinigkeiten ab: nur zu Anfang gleich ist statt des Wortes Subtilligkeit Subtilität geändert. In Engers „Philosoph für die Welt", Erster Theil, Berlin 1801, 14 Stuck, steht ein Beitrag von Mendelssohn: Hylas und Philonous, S. 205—213. Dieses Stück ist der wörtliche Abdruck der „zweiten Frage" unserer Abhandlung: „Wenn die Materie auch ihrer Natur nach des Denkens unfähig ist, kann ihr der Allmächtige nicht diese Eigenschaft mittheilen?" Nach kurzer Einleitung folgt dort das Gespräch zwischen Hylas und Philonous. — Zuletzt noch eine Frage: Grossinger bemerkt in der Vorrede zu dem Druck von 1785, „den Ursprung der Schrift haben wir einer preußisch-königlichen Hochheit (sie!) zu verdanken, die bisherige Zurückhaltung derselben aber der herablassenden Bescheidenheit des Herrn Verfassers zuzuschreiben". Eine Beleidigung, setzt er hinzu, beider erlauchten Geister wäre es zn erzählen, wie sich die ganze Sache ereignet habe. Herr Cohn denkt an den Prinzen Heinrich. Vielleicht giebt ein Leser dieser Zeitschrift eingehenden Bescheid. Diese Abhandlung Mendelssohn's, damit antworte ich auf Geiger's Frage a. a. O., hat nichts zu thun mit den von Jördens Lexikon 3, 546 angeführten Schriften Mendelssohn's. Jördens macht dort eine unrichtige Angabe. Für seine „denkenden Glaubensgenossen" machte Mendelssohn einen Auszug aus dem Phaedon in hebräischer Sprache: aus seinen hinterlassenen Papieren hat sie David Friedländer drucken lassen, Berlin 1787. Kavserling, S. 157, führt auch einen Druck an: Brünn 1798 Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. IV. 24

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.