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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 368

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
Zur Mendelssohn-Literatur
Date
1890-01-01
Page
Seite 368 (sequence 3)
Language
German
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368 Miscellen. und Dessau 1811. Diese „Kurze Abhandlung von der Unsterblichkeit der Seele" hat „aus dem Ebräischen" nicht Friedländer übersetzt, sondern ein H. I., Berlin und Stettin 1787, 34 S. 8" (dazu 6 unpaginirte Seiten). In der Vorrede heißt es: „Diese Schrift ist für Leser, denen der Phaedon zu schwer ist". Die erste Abtheilung zeigt, daß die Seele ein Geist sei in 12 ZZ; die zweite, daß die Seele immer fortdauere K 13—22; die dritte, daß die Seele ein fortdauerndes, wahres Leben ge meße: nicht in §Z. — In einer Anzeige dieser Übersetzung in Nicolais Allgem. Deutsch. Bibl. Anhang zu Bd. 53—86, S'. 2004, wird dem Urtheile des Uebersetzers beigestimmt, denn der Entwurf Mendelssohns besitze alle Vorzüge seiner Schriften, „wenngleich er nichts enthält, was nicht im Phaedon steht": die lichtvolle Ordnung wird gelobt, die Präcision und Deutlichkeit, womit die Hauptsätze und Beweise vorgetragen sind. Auf diese Übersetzung von H. I. nimmt ein anderer Uebersetzer einer hebräischen Schrift Mendelssohns Bezug. Von Salomon Anschel, „Kandidaten der Philosophie aus der Universität zu Bonn" erschien die „Abhandlung über das Kommerz zwischen Seele und Körper von Moses Mendelssohn", aus dem Hebräischen übersetzt, o. O. gedruckt mit Absho^ vischen Schriften 1788, 63 S. 8". Die Übersetzung ist gewidmet Franz Wilhelm Freiherrn von Spiegel. Mendelssohn hatte in einem hebräisch geschriebenen Briefe einem Freunde das System Leibnitzens von der vorherbestimmten Harmonie erläutert. Auch diese Schrift, sagt der Uebersetzer im Borwort, „ließ Herr David Friedländer aus den Nachlässen . . des Freundes zum Borschein kommen". Durch die Güte des Herrn Otto Göritz habe ich das seltene Büchlein kennen zu lernen Gelegenheit gehabt, leider fehlen in dem Exemplare die Seiten 5—12. Kahserling, S. 157 a. a. O., führt die Übersetzung kurz an und bemerkt, sie sei wieder abgedruckt in den Ges. Werken, Wien 1838, S. 350—363. Die beiden zuletzt genannten Abhandlungen Mendelssohns fehlen in der Ausgabe der Schriften, Leipzig 1843—1845. Zum Schluß erwähne ich noch, daß Geiger's Vermuthung (a. a. O. S. 98) richtig ist: der Verfasser der Schmähschrift „der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des räthselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessing'schen Atheismus von Jacobi". Amsterdam 1786, 120 S. 8". ist Johann Heinrich Schulz. M eusel 7, 374 (1798) führt unter seinem Namen auch diese Schrift an; nach ihm ist Schulz 1739 geboren: er war an mehreren Orten der Mittelmark Pastor, 1792 wurde er seines Predigtamtes entsetzt.

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