Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Mendelssohn-Literatur
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2259275-2259324-2259328-2264758--1783-2264825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
366 Miscellen. W L s c e t l e n. Zur Mendelssohn-Meratnr. Von Daniel Iacoby. Unter diesem Titel hat Ludwig Geiger in dieser Zeitschrift Bd. 2, 1888, S. 97 f. aus einem Katalog Albert Cohn's Angaben über eine seltene Schrift Mendelssohn s dem Leser zur Prüfung vorgelegt. Herr Cohn meint, Mendelssohn habe die Abhandlung „von der Unkörperlich keit der menschlichen Seele" ursprünglich in hebräischer Sprache geschrieben; „dann wurde das Werk von I. G(örres) ins Deutsche übersetzt und 1785 in Wien gedruckt. Daß auch Mendelssohn es selbst deutsch bearbeitet hat, blieb bisher unbekannt". Diese Angaben sind nicht frei von mehreren Jrrthümern, erst jetzt ist es mir möglich, den wahren Sachverhalt aufzuhellen. Zunächst bemerke ich, daß Joseph Grossinger 1784 bereits die Abhandlung, die ihm als deutsches Manuscript vorgelegen hatte, in lateinischer Übersetzung zum ersten Male veröffentlicht hat in seinen Nosls NenäelZsokn opera plulosopkiea. Vieunae et l^psi^e toru. 1 L. 161—232 (der 2. Band enthält den Phaedon lateinisch). In der Vorrede sagt er ausdrücklich: raanuserixtuin eins Aermauieum 6e irumaterialitate animae uusxiam aäkue loeorura t) pis exeusnra xrae inaniduZ Kadeo. Ein Jahr darauf erschien zu Wien „Moses Mendelssohns Abhandlung von der Unk'örperlichkeit der menschlichen Seele. Jzt zum ersten Mal zum Druck befördert". Wien 1785. 79 S. 8". Der Herausgeber ist nicht I. Görres, sondern Joseph Grossinger, der also das ihm vorliegende deutsche Manuscript zum Druck befördert hat. In der Vorrede, aus der auch Cohn einige Stellen citirt hat, heißt es in wenig löblichem Deutsch: „Nachdem ich diese Schrift schon in lateinischer Sprache herausgab, und der Herr Verfasser durch seinem (sie!) Freund R. mich versichern ließ, daß meine Übersetzung nicht mißgefallen habe, so nahm ich mir die Frehheit, selbe auch in deutschem Original abdrucken zu lassen".