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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 339

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612 - 1618
Date
1890-01-01
Page
Seite 339 (sequence 21)
Language
German
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Kracauer: Die Juden Frankfurts im Fettmilchlchen Aufstand 1612—1618. 339 zwischen beiden, welche Freitag den 15. Januar 1614 zum Abschluß des sogenannten Compromisses führten. Die Bürgerschaft verpflichtete sich in demselben, dem Rath als Obrigkeit den schuldigen Respect und Gehorsam zu leisten, alle Klagen und Beschwerden gegen ihn schwinden zu lassen u. s. w. Bezüglich der Juden versprach sie den Z 22 des Bürgervertrages strikt zu beobachten 2). Der Rath seinerseits sicherte den Bürgern eine gewisse Controlle über die Verwaltung der Aemter u. s. w. zu und gelobte, bei den Commissarien mit aller Kraft dahin wirken zu wollen, daß die Untersuchungen unterblieben-). Mitte Januar beschworen die Zünfte und die gesammte Bürgerschaft diesen Compromiß^). Hiermit schien der Aufstand endlich seinen Abschluß gefunden zu haben. Und da die Subdelegirten versicherten, das Gesuch des Rathes um Einstellung der Untersuchungen höheren Orts befürworten zu wollen, — einstweilen sistirten sie dieselben —, so schienen Ruhe und Ordnung in die Stadt, deren Bürger schon „in die zwei Jahre lang laxis ü-evis und ohne Furcht der Obrigkeit gelebt hatten", zurückzukehren. Daher setzte der Rath auf Donnerstag den 3. Februar einen Dankgottesdienst fest. Alles strömte in die Kirche; auf Anordnung der Obrigkeit wurde das 7s vsnm gesungen, und die Geschütze aus den Stadtwällen wurden gelöst 5). Ob aber der Friede lange Bestand haben würde, daran zweifelten schon damals tiefer blickende Leute. Die Ereignisse der nächsten Wochen rechtfertigten auch alle Befürchtungen. Die radicale Partei erholte sich von ihrer Betäubung; bald fand sie den früheren Trotz wieder, und statt daß die revolutionäre Bewegung zurück ebbte, erreichte sie grade jetzt erst ihre Hochfluth. Fettmilch und Weitz hofften an dem Kurfürsten von der Pfalz, dem Haupt der Union, und dem Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, mit welchen sie Verbindungen angeknüpft hatten, sowie an den Reichsstädten einen Rückhalt gegen den Kaiser zu haben, gegen den er nicht anzukämpfen wagen würde. Anfang Februar trafen die erbetenen Abgesandten der Reichsstädte Straßburg, Nürnberg, Ulm, Speyer und Worms in Frankfurt ein, um mit Deputaten des Rathes und der Bürgerschaft gemeinsam alle noch ') Kais. Com. Bd. 15. 2) Diarium kiswrieum S. 185—187. 3) I. c. S. 188. Diarium niLtorieum S. 187. 5) 1. e. 189—191.

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