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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 326

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612 - 1618
Date
1890-01-01
Page
Seite 326 (sequence 8)
Language
German
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326 Kracauer: Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612—1618. soeben seinen Vorschlag, gegen Bezahlung seiner Schulden ihre Vertreibung zu verhindern, abgelehnt. Der Rathsbeschluß wurde alsbald von Fettmilch abschriftlich unter die Menge verbreitet. Noch am selben Tage stürmte der Ausschuß in den Römer und verlangte unter Drohungen die sofortige Vertreibung der Juden bis auf 20 Familien. Dagegen sträubte sich der Rath; doch zeigten seine Abgeordneten dem Ausschuß und den Zünften am nächsten (16. Juni) Morgen an, daß er noch heute mit der Moderation beginnen und auch später die gänzliche Entfernung der Juden beim Kaiser nachsuchen wolle; feierlichst lehnte er dabei jede Verantwortung ab für die unheilvollen Folgen, welche die Politik der radikalen Partei für die Bürgerschaft haben würde ^). Aus seiner und des Ausschusses Mitte ernannte nun der Rath eine Commission, welche als einleitenden Schritt zur Moderation die Regulirung der Schuldverhältnisse zwischen Christen und Juden in die Hand nehmen sollte. Der Vorsitz ward Weitz übertragen. Diese Commission erhielt zugleich noch den Auftrag, sich genau über die Ansichten der einzelnen Zünfte und Gesellschaften in dieser hochwichtigen Angelegenheit zu informiren. So begab sie sich am frühen Nachmittag des 16. Juni in Begleitung von Notaren zu allen Zünften und Gesellschaften, las ihnen den gestrigen Rathsbeschluß, zugleich aber auch das landgräfliche Schreiben vor und forderte von ihnen eine schriftliche Willensäußerung. An vielen Stellen erhielt sie sofort Bescheid, von anderen erst einige Tage später, da man erst Einsicht in die Privilegien u. s. w. nehmen wollte. Die Voten fielen verschieden aus:-) Die Schmiede gaben zu Protokoll, sie gedächten zwar keinen Ausruhr zu machen, wünschten aber solches Geschmeiß möglichst rasch abgeschafft. Die Steinmetzen und Maurer wollten sich strikt an die Privilegien und den Abschied halten; ebenso lautete das Votum der Metzger, die sich übrigens mit dem einverstanden erklärten, was die Bürgerschaft beschließen würde. Die Weißbinder, Tüncher, Kleber und Spengler wollten sich nach den anderen Zünften richten. Die meisten Zünfte waren entweder für einstweilige Moderation und spätere Abschaffung, oder, wie die Schreiner, Schnurmacher, Zimmerleute, Wagner, Barbiere, Bierbrauer, für sofortige Brgm. 1613, 16, VI. 2) S. low. I. ^et. Nr. 25 (31'/z Folioblätter) und low. III. ^et. Nr. 4 unter „eoxia. xrotoeolli, notariorurQ, ^vas siek 15.8 rkats resolution vom 16. tluQi a. 1613 äie 2uuM vnä ZeLellsekaL't erklärt, äie moderation ^ie auek adsedaikuvA cier Zuüen detreKenä".

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