Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Ohne Titel] / L. G.
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 5)
- Language
- German
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310 Nachrichten. M. Rahmer's „Jüdisches Literaturblatt" enthält Nr. 12. 13 (13. und 20. März) einen Aufsatz von vr. Landsberg: Lazarus ben David (8ie! warum nicht Bendavid, wie der Schriftsteller seinen Namen zu schreiben pflegte?) und seine Schrift: „Etwas zur Charakteristik der Juden". Eduard Sack veröffentlicht (Frankfurter Zeitung 4. 5. Febr.) einen bisher nicht genau nach dem Original mitgetheilten Brief Ludwig Börne's an seinen Vater vom 14. Juli 1807, in welchem auch einzelne sehr starke Stellen über Frankfurter Juden im Allgemeinen und einige Freunde des Vaters im Besonderen vorkommen. Dem Briefe folgen Bruchstücke aus den Schreiben der Henriette Herz an Börne, die sich theilweise auf jenen und die in demselben behandelte Angelegenheit beziehen. Von den jüdischen Schriften, die sich Goethe 1807 bei Gelegenheit der Frankfurter Stättigkeit schicken läßt, ist auch in den „Briefen von Goethes Mutter an ihren Sohn", herausgeg. von B. Suphan, Weimar 1889, S. 337, die Rede (vergl. auch die Notizen in Goethes Tagebüchern S. 326, 329, s. nächsten Abschnitt). Das. S. 107 über den Brand der Judengasse in Frankfurt a. M. 1796; S. III, Anekdote von einem Frankfurter, der 1796 ausrief: „Jetzt ist es besser hier zu sein als am 2. Dec. 1792, da die Metzger und die Juden die Franzosen todtschlugen" (vergl. dagegen Ztschr. III, S. 254 ff.). Die Mutter braucht häufig das Wort „Judenkram" in der Bedeutung — Spitzen, Bänder, „Rester", wie man sie vortheilhaft bei jüdischen Kaufleuten kaufte; einzelne Stellen aus ungedruckten Briefen Goethe's an Christiane, in welchen dasselbe Wort vorkommt, sind S. 374 zusammengestellt. Goethes Tagebücher 1801—1808 (Werke, Weimarer Ausgabe III. Abth., 3. Bd., Weimar, B'öhlau 1889) enthalten manche Notizen über Juden S. 134, 144, 213 (Gespräch 1807: „Einwirkung der Pfaffen und Juden" aus die deutschen Verhältnisse), 282 (Fabeln der Rabbiner über den Wagen Ezechiels), 323 der sehr merkwürdige Satz: „Deutsche gehen nicht zu Grunde, wie die Juden, weil es lauter Individuen sind". 335 Manche nicht üble jüdische Witzworte und Anekdoten S. 227: „Ein Jude wünscht, daß Gott die Waden vorn hingesetzt hätte, weil man sich so oft an die Schienbeine stoße und hinten keine Gefahr sei", andre 254, 256.