Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mittheilungen aus Berliner Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren (1741 - 1830)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
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298 Miscellen. Gesellschaft selbst und die von ihr zu errichtende Anstalt bringt Th. Heinsens, Mitherausgeber der genannten Zeitschrist, einen längern Artikel (a. a. O. S. 445—46V). Er beschreibt das zu errichtende Leichenhaus und theilt mit, daß zur Bestreitung der sttr den Bau allein aus 3000 Thaler berechneten Kosten eine Subscription unter Mitgliedern und NichtMitgliedern der Gesellschaft eröffnet werden sollte. — Das. Bd, VI, S. 1112—1114, eine Recension von Cumberlands Schauspiel „Der Jude" und das daraus bezügliche Sendschreiben an Jffland. (Vgl. meine Gesch. d. Juden Band II, S. 153 ff.) Der Red. K., also Kosmann selbst, sieht in dem Stücke eine Apologie der Juden und findet daher die in dem Sendschreiben ausgesprochenen Ansichten ungerechtsertigt. — In demselben Jahrgange befinden sich einige Beiträge des Di-. Davidsohn, des Schwiegersohns des gleich zu nennenden vr. Bloch. Der eine vertheidigt die damals üblichen von den Apothekern den Aerzten gespendeten Neujahrsgeschenke oder nimmt wenigstens die Elfteren gegen manche wider sie erhobenen Vorwürfe in Schutz; ein Anderer, das. S. 1220 ff., bringt Notizen über einen angeblichen „wilden Mann", der Steine zerbiß und rohe Tauben aß, in Wirklichkeit ein ganz vermögender und unterrichteter Schwindler war, der durch dergleichen barbarische Kunststücke und durch das geschickte Nachmachen wilder Manöver die Berliner ausbeuten wollte, wie er die Pariser ausgebeutet hatte. Aus den „Denkwürdigkeiten" 1799, Bd. VII, S. 72, verdienen folgende Verse auf vr. Bloch, den bekannten Arzt und Verfasser berühmter Werke über die Fischkunde (unter den „Divisen auf die Mitglieder der Gesellschaft naturforschender Freunde") eine Wiederholung: So manchem Fisch gabst du den Namen, Du biedrer Mann aus Abram's Saamen, Doch seltsamer Contrast! ein Thier mit kaltem Blut Ist dir so werth, und doch dein Herz voll Glut! Denn fragtest Du wohl jemals nach dem Namen Ob Zud', ob Christ, wenn Kranke zu dir kamen? In demselben Bande S. 382—389 tritt Frau E. Bernard, geb. Gad, als Schriftstellerin auf und zwar mit einem längern Urtheil über Schiller's Piccölomini und die Aufführung des Stückes in Berlin, einem Urtheil, das nicht ohne Randbemerkungen der Redaction bleibt. Das. S. 777 sf. ein Artikel eines der Herausgeber Th. Heinsius' „Judenfrage", in welchem mit Hinweis auf das „Sendschreiben" sür Erleichterung der Taufe plaidirt wird.