Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 297

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Mittheilungen aus Berliner Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren (1741 - 1830)
Date
1890-01-01
Page
Seite 297 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2259275-2259324-2259327-2264523--1706-2264732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Miscellen. 297 Gemeinde gegen die von den Aufgeklärten begonnene Unterrichtsanstalt, Senior Hufnagels Beschwerde gegen das Auftreten des Oberrabiners; die Behörde gebietet „dem jüdischen Papst, seinen Bannstrahl wieder zurückzunehmen". Die „Neue Berl. Monatsschrift" 4. Bd., 1800, enthält S. 208—214 einen Aufsatz von vr. Schönemann, „jüdischer Nazion", „An den Herrn Verfasser des Sendschreibens an Teller". Von dems. das. S. 303—308 „Übersetzung einiger Verse aus meines Baters Assas.". Das. S. 444—465 Kapke: „Dürfen Juden die Stelle christlicher Taufungen vertreten?" Entscheidet die Frage bejahend, Veranlassung zu dem Aufsatz gab der in Gedike's „Annalen des Preuß. Schul- und Kirchenwesens" Bd. 1, H.3 behandelte Fall des Kriegsraths Gülle, der 1789 bei der Entbindung seiner Frau das Oberconsistorium bat, ihm einen jüdischen Taufzeugen zu bewilligen. Kosmann, der in der Grattenauerschen Fehde die Partei der Juden ergriff, gedachte in seinen „Denkwürdigkeiten und Tagesgeschichte der Mark Brandenburg" (mit verschiedenen Fortsetzungen, 16 Bände, 1796—1803) häufig der Juden. Bd. II, S. 884 ff. rühmt er die edle Art, in welcher der alte Jtzig die Gläubiger seines Sohnes, des Hofbauraths, entschädigte. (Das. S. 993—995 über das Verhalten des Justizcommiss. Kosmar in der Jtzig'schen Sache.) Das. S. 1203 ein anderes Beispiel schöner Uneigennützigst eines Juden; gelegentlich werden wohl auch (S. 1283 ff.) Berlinische Damen vor der Aufdringlichkeit eines Juden freundschaftlich gewarnt. — Sehr interessant — als willkommener Nachtrag für die früher in dieser Zeitschrift betrachteten Gegenstände ist der Artikel Jahrg. 1798, V, 389 ff., welcher die „Stiftungsfeier der Gesellschaft der Freunde (der ehemaligen Toleranzloge) in Berlin" beschreibt. Die Feier fand am 26. Januar 1798 statt. Euchel, der Vorsitzende, wies auf den die Gesellschaft beschäftigenden Gegenstand, die Abschaffung der frühen Beerdigung, hin, vr. Davidsohn las eine Stelle aus Maßius' Buch über Errichtung eines Leichenhauses vor; ein Plan zu einem solchen, nebst einer Abhandlung des vr. Oppenheimer, über Behandlung der Scheintodten, gelangte zur Bertheilung. Bei dem darauf folgenden Mahle „trank ein Mitglied folgende passende Gesundheit: auch die Todten sollen leben". Die Errichtung eines Leichenhauses war durch eine K'önigl. Cabinetsordre vom 21. Januar 1798 gestattet (abgedruckt a. a. O. V, S. 402 ff.) und dabei der Gesellschaft der königliche Schutz gewährt worden. Ueber die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.