Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mittheilungen aus Berliner Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren (1741 - 1830)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
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Miscellen. 295 über die Mendelssohnische Psalmenübersetzung bringt, enthält auch Anderes zur Würdigung des eben Heimgegangenen Philosophen. Bd. VII, S. 204 bis 216, „Zum Andenken Moses Mendelssohns", ein sehr warm geschriebener Aufsatz. Ein Satz desselben mag hervorgehoben werden: „Er war der Stolz und die Zierde unserer Stadt. Jedem aufgeklärten und edlen Fremden ward sein Name genannt, und seine Bekanntschaft zu suchen anempfohlen. Wer patriotisch dachte, freute sich, diesen wahren Weisen unfern Mitbürger nennen zu können, ihn, der durch Lehren und Beispiel soviel zur Beförderung der Religion, der Tugend und der sanften Menschlichkeit, soviel zur Verbreitung wichtiger Kenntnisse beitrug." Mendelssohn's Verdienst wird als ein fünffaches hingestellt: 1. sein vortrefflicher deutscher Stil, 2. sreimüthige unparteiische Critik, 3. theoretische Critik, 4. Sorge für die moralische und intellectuelle Bildung der Juden, 5. sein untadelhafter Wandel, durch den „er es dahin brachte, daß man erkannte, auch ein Jude, auch ein Unchrist, könne ein guter Mensch sein, könne Religion haben, könne unter uns Christen Religion und Tugend befördern". In einer Schlußanmerkung steht die merkwürdige Notiz: „Wir wollen bei dieser Gelegenheit unfern Lesern die Nachricht geben, daß auf der Pyramide, die auf dem Opernplatze in Berlin soll errichtet werden, und wozu Unterzeichnung angenommen wird, neben Leibnitz, Lambert, Sulzer, auch Moses Mendelssohns Bildniß kommen wird" sM. unten S. 303^. Das. S. 271—275 Aufsatz I. F. Zöllners über eine Stelle in M. Ms. Schrift an die Freunde Lessing's. Das. S. 398 bis 406 sehr schöner, M's. Verdienste warm würdigender Brief des Generals I. A. v. Schölten (Treuenbrietzen, 18. Febr. 1786) an den jüdischen Kaufmann D. F. (Friedlaender) in Berlin (dabei S. 403 A. eine Andeutung der geplanten Ausgabe der sämmtlichen Werke); das. S. 481—489 von Ramler „Sulamith und Eusebia, eine Trauercantate auf den Tod M. M's.". Auch sonst werden jüdische Angelegenheiten besprochen, wobei dann Mendelssohn's mehrfach gedacht wird. Bd. IV, S. 556—565: über jüdische Schulanstalten, die Freischule, Rücksichtnahme auf Dohm, nicht unbedingtes Lob der geistigen und sittlichen Entwicklung der Juden. Bd. IV, S. 50—59: „F. v. Schuckmann: Ueber Judencolonieen, An Herrn Geh. Rath Dohm". Vorschlag, die bürgerlichen Gerechtsame der Juden größtenteils auf gewisse Colonieen zu beschränken und nicht der ganzen zerstreuten Nation zu ertheilen, Anlegung einzelner Judenstädte und Dörfer, in denen jüdische Bauern und Bürger gezogen würden. Das. S. 108—115 „Büsching: Ueber die frühe Beerdigung der Juden", gegen