Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mittheilungen aus Berliner Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren (1741 - 1830)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
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294 Miscellen. In „Zöllner's „Lehrbuch für alle Stände" Berlin, 1782, II, S. 153—163 finden sich u. d. T. „Wechselbetrügereien" einige Geschichten, in denen Juden theils die Betrüger, theils die Betrogenen sind. Das. Bd. IV, S. 197—203 interessante Notizen über die Juden in Galizien mit einer im Ganzen wohlwollenden Tendenz; charakteristisch ist die Mittheilung, daß an einigen Orten die christliche Taufe den Juden verpachtet war. „Wer sein Kind wollte taufen lassen, mußte sich vom Juden den Schlüssel zum Taufstein erkaufen." Der wichtigste die Juden betreffende Beitrag ist Bd. IX, Berlin 1790, S. 22—26, 31—83, Friedländer's Aufsatz: „Ein Gewissensfall im Handel" und dessen „Briefe über die Moral des Handels" (vgl. Ritter, Friedländer S. 49 ff.; doch bezieht sich der Fall auf ein Vorkommniß des I. 1783, die Briese, dem I. 1785 entstammend, haben eine Einleitung aus dem Dez. 1789). Unter den Berliner Predigern, welche sich die Tause von Jüdinnen besonders angelegen sein ließen, ragte Koblanck hervor. Eine von ihm bei der Taufe der Rebekka Moses gehaltene Predigt wird in den Berlinischen gelehrten Zeitungen, 2. Jahrg. 1780, rühmend erwähnt. Die Berlinische Correspon denz (Berlin 1782, S. 25) gedenkt der von ihm vorgenommenen Bekehrung der „beiden bekannten liebenswürdigen Schwestern Sorach". Die letztgenannte Zeitschrift, welche sich als die „laufende Chronik von Berlin" bezeichnet, bringt S. 58—62 einen sehr bemerkenswerten Artikel über die jüdische Freischule in Berlin, mit außerordentlichem Lobe der Anstalt, welche weit höher gestellt wird als die kaiserliche jüdische Normalschule in Prag, der Stifter und Lehrer. Eine halbjährliche Prüfung wird erwähnt, welche im Beisein Mendelssohn's, christlicher Gelehrter, besonders einiger Professoren des grauen Klosters, stattfand. Die „Berliner Monatsschrift" (1783—1811), das Organ der Aufklärung xar exeelleuev, von deren späteren Jahrgängen schon mehrfach die Rede war (vgl. oben Bd. III, S. 203, IV, S. 57) beschäftigt sich auch in ihren ersten Bänden mehrfach mit Juden und jüdischen Dingen. Unter ihren Mitarbeitern sind einzelne Juden: Mendelssohn, Herz, Bendavid; seit 1786 tritt Friedlaender hinzu. Derselbe Jahrgang, 1786, der sein „Etwas