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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 269

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 269 (sequence 69)
Language
German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüd. Dinge. 269 vorwerfe, daß wir in den Fehler jener transscendentalen Seelen gefallen wären, die Ms a Morl demonstrirten was sie in der Wirklichkeit nicht darzuthun vermögen: so wollen wir die aposteriorischen Belege zu unserem aufgestellten Theorem den Lesern nicht vorenthalten. Man möge aber keineswegs Proben jener göttlichen Grobheit erwarten, in der wie bekannt das Genie sich auszusprechen Pflegt; denn wenn Genies den Sonnen zu vergleichen sind, so haben wir in Frankfurt immer Mondschein. Dafür werden in der vorzulegenden Musterkarte der Brutalität unsere physikalischen Leser ein Belege mehr finden für den Satz: daß das Wasser ein guter elektrischer Leiter ist. Denn eine Menge bestialen Phänomene würden nicht erklärt werden können, wenn man nicht annähme, daß der Mahn fähig sey die Manieren seines linken Ufers seinem rechten mitzutheilen-). Musterkarte frankfurter bürgerlicher Manieren. 1. Erst vor kurzem hat sich die elektrische Leitungsfähigkeit des Matznwassers auf eine sehr evidente Weise bewährt. Man hatte sich nehmlich nicht gescheut ein Fest welches die Liebe der Unterthanen ihrem guten Fürsten gab, mit dem Hasse zu besudeln, den man gegen dessen jüdische Unterthanen in Tätlichkeiten ausarten ließ. Die Bürgerschaft, um ihre Freude über die glückliche Zurückkunft seiner Hoheit des Fürsten Primas an den Tag zu legen, hatte zu diesem Behuf einen glänzenden Ball veranstaltet. Es war wohl mancher unter den Juden, den die Liebe zu seinem Fürsten hingezogen hätte, sich seiner beglückenden Nähe einige Stunden') zu erfreuen; doch fiel es keinem Schützling ein, sich in die Gesellschaft der Bürger zu mischen. Denn es war vorherzusehen, daß der lustige Bachus nicht ermangeln würde, seine Schwänke zuerst an denen auszulassen 2), die als Nachkömmlinge seines Bruders Noah, aus seine Familiarität am meisten Anspruch haben. Der Buchhalter eines der reichsten jüdischen Kaufleute G ... ein junger Mann von Sitten und Talenten, wagte jedoch zu hoffen, daß die Gegenwart eines weisen Fürsten stark genug seyn würde, der Zügelloßigkeit des Peubles Schranken zu setzen ^). Es war ihm gelungen ein Entreebilljet zu erhalten. Ein Kaffewirth der es für klug hielt dem nichts zu versagen, der Gelegenheit hat sich von der Connexion i) „sich" und „einige Stunden" nachträglich zugefügt. — 2) Im Ms. verschrieben „auslassen". — 2) Hier durchstrichen die beiden Anfangsworte des folgenden Satzes. *) S. Anmerkung auf S. 234.

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