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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 253

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 253 (sequence 53)
Language
German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüd. Dinge. 253 Unsere Leser mögen es erlauben, daß wir ihnen ein Gemählde der Judengasse geben, wie es vor 12 Jahren passend war. Lasst uns einen Spaziergang machen durch den langen finstren Kerker, wohin das hochgepriesene Licht des 18ten Jahrhunderts noch nicht hat dringen können. Euch laden wir dazu ein, Ihr Weisen, die Ihr sie lößet die Räthsel der Welt, und Dich o Herkules, gewaltiger Stallfeger. Kommt auch Ihr, Götzendiener, Ihr klugen Priester der besten Welt, kommt und schwört eurer Göttin ab. Aber bleibt ja weg die Ihr erforschet die Gesetze der Natur, denn hier ist ein Geheimnis das Eurer Allwissenheit spottet. Diese Steine bewundert Ihr, diese Abdrücke von Pflanzen die nicht mehr blühen — Ihr staunet diese Knochen an, Reste alter grauer Zeit von Thieren die nicht mehr athmen — pfuy der kleinlichen Betrachtung? — Tretet hier her, ein Thier wollen wir euch zeigen, einzig seiner Art, das da lebt und sich bewegt, und die Zeit ist schon längst vermodert, die es gebohren. Warum so ämsig betrachtest Du diesen Obelisk, thörichter Jüngling, und schwindelst froh hienan? Nur Form und Masse erblickst doch nur der Säule, ihr Inneres nicht. Das Wort verstehst Du nicht, die Bilder enträthelsest Du nicht, den Geist erkennst Du nicht. O säume nicht, und komme mit uns. Ein Säule sollst Du sehen, die die Schande sich erbaut, und sie ist verständlich und spricht in tausend Zungen. Bebst Du zurück blondes Mädchen, vor dieser Finsternis? Deine Augen machen hell, drum fürchte nichts. Auch Ceres stieg ja leuchtend hienab in die Unterwelt — und hier ist kein Cerberus der Dich zurückbellt? Es war 11 Uhr als wir in die Judengasse traten, und wir hatten den Sadbath vormittag gewählt, als die Zeit wo sich alles darin in der größten Herrlichkeit zeigt. Am Eingange der Straße war ein Adler Hin- Wollgrabens, sodann das ehemalige Dominikaner-Kloster, das Kompostell, und der Frohnhof zu größerer Ausbreitung in billigen Preisen überlassen werden. Welches zusammen das Quartier der Juden-Gemeinde künftighin ausmacht." Z 103: „All dieses wird nach dem archirectonisch zu entwerfenden Plane ausgeführt, und ist von der jüdischen Gemeinde als eine unnachlässige Bedingniß der Befähigung zur gegenwärtigen Stättigkeits-Ordnung zu erfüllen; wobei die jüdische Gemeinde sich sammt und sonders verbindlich zu machen hat, alle Jahre die nach obenerwähntem Plane festgesetzt werdende Anzahl von Häusern auch wirklich aufzubauen." Z 104: „Bis dahin, daß der Bau des neuen Ouartiers nach und nach vollendet ist, können die jüdische Familien in den seit dem Brande der ehemaligen Gasse gemietheten und bewohnenden Quartieren in andern Theilen der Stadt wohnen bleiben." — Vgl. noch die Excnrse.

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