Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 42)
- Language
- German
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242 Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüd. Dinge. Es tritt der sonderbare Fall ein, daß von diesem Abschnitt behauptet werden kann: je bößer er im einzelnen ist, um so weiser müsse er im Allgemeinen seyn. Denn weise ist alles, was seinem Zwecke entspricht; man muß aber gestehen, daß alle nachfolgenden Paragraphen der Absicht die man sich vorgesezt gar sehr ersprieslich sind. Unser Urtheil hat zwar, durch die gleich anfänglich affectirte Präsumtion, als habe man bei dieser neuen Stättigkeit bezweckt die Juden zu Staatsbürgern zu erziehen, sich in freywillige Sklaverey begeben; doch an diesem Orte hätten wir mit Recht es wieder loskaufen dürfen, da wir ohne unsern Kopf in Miscredit zu bringen nicht länger aus jene Meinung verharren können. Wir wollen aber noch so lange unsre Eitelkeit der Selbstkastehung unterwerfen, bis wir zum Ende der Schrift werden gelangt sehn. Dort werden wir den Wechselbalg des 19ten Jahrhunderts, mit einer kranken Kröte in unehelichem Beyschlafe erzeugt — die Judenordnung aus der Taufe heben, und sie nach Würden benamen. Wir haben dem Widerwillen gerne nachgegeben, der uns anwandelte so oft wir uns über einen Paragraphen auslassen sollten der eine pecuniäre Farbe trägt. (Wie es in diesem Abschnitt oft der Fall ist.) Denn man wird die Gringschätzung solcher interessanten Punkte als einen Beweis ansehen wie frey unser Urtheil von dem Einflüsse eines Niedern Eigennutzes ist, da man uns dieses auf's blosse Wort doch nimmer würde geglaubt haben: Wir haben daher solche Paragraphen nur dann berührt, wenn wir es ohne den Zweck unsrer Schrift zu verletzen nicht unterlassen dursten. Das klägliche Schicksal steht uns von nun an gar oft bevor, mit dem Critiker des Hrn Jakobsohn zusammen zu treffen. Hier ist das Feld wo sich der kühne Reuter am wildesten herumtummelt, weil er weiß im Falle des Entsatteltwerdens doch nur auf Sand zu fallen, der daselbst aufgehäuft liegt um ihn dem naseweisen philosophischen Zeitalter, das stäts nach dem Grunde einer Sache frägt, im Falle der Verlegenheit in die Augen streuen zu können. Wenn man liest was in der Critik der Jakobs oh nschen Schrift S. 20—24 gesagt ist kann man sich des Lüchtens nicht enthalten, wenn nicht schon früher der Trübsinn der Langenweile die Lippen occupirt hältDer Verfasser im stolzen Selbstbewußtsehn seines Werthes verspricht Jakobsohn und seine Nation auf einen Standpunkt zu stellen, auf dem sie -), die Nebel des Jrrthums weit unter sich, den reinen Himmel Fr.: „muß man lachten und immer wieder lachten". — ') „sie" ist eingeschoben.