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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 239

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 239 (sequence 39)
Language
German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig BiZrne's über jüd. Dinge. 239 man für die Judenkinder doch separate Schulen bestimmt? Wir stellen diese Frage nicht ganz ohne Scheu auf. Denn was mögen diejenigen Leser von der Beschaffenheit unsres Gehirns für ein schlimmes ^) Urtheil fällen, die da wähnen, daß es uns mit dieser Frage ernst sey, und daß wir das Räthsel nicht zu lößen wüßten. Da indess wenn wir es nicht thun die Legislatoren selbst sich schwehrlich dazu verstehen würden, die Antwort auf die Frage kund zu machen, fo verweisen wir unsre Leser aus den Schluß dieser Schrift. Dort wird von der Tendenz gesprochen, die diese neue Stättigkeit wirklich hat, und welche jener ganz entgegengesetzt ist, die zu haben man sich den Anschein geben möchte. Nach dem tz 24 sollen beim Schulunterricht blos die Methoden befolgt-) und solche Lehrbücher gebraucht werden, die von der Schulcuratel genehmigt worden sind. Herr Jakobsohn bemerkt mit Recht (S. 13) daß diese Verordnung dem schlechten Lehrer nichts helfe, und für den guten drückend sehn müsse, da sie ihn in seiner Wirksamkeit beschränket. Wenn diese Bemerkung auf den Unterricht im allgemeinen anwendbar ist, so ist sie für den Unterricht der Juden von der größten Fr.: „für ein Urtheil". wald, Dr. H.; Einladungsschrift zur . . . Prüfung der Real- und Volksschule d. isr. Gem. 1869 (S. 33 u. 34). Nach demselben Autor bestanden damals neben dem sog. Philantropin noch drei jüdische Privatschulen, nämlich die P. I. Levy'sche Schule, die 1802 gegründete Samuel Mayer Maas'fche Schule und die Jakob Sachs'sche Schule. Die Anfänge des Philantropin fallen in den Beginn des Jahres 1804; den Ende 1806 stattfindenden Prüfungen wohnten neben mehreren Profesforen, Pfarrern, sämmtlichen Lehrern des Gymnasiums u. A. auch Frhr. von Eberstein u. von Günderrode bei. (Baerwald a. a. O. S. 19. S. über das Philantropin auch noch dessen Programm von 1875 und vr. M. Heß, die Bürger- und Realschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. Franks, a. M. 1857. — S. noch Anmerkung auf S. 251. Unter den Privatschulen war die von dem früheren Hauslehrer Börne'L, Jacob Sachs aus Schlesien, gleichfalls im Jahre 1804 begründete, die bedeutendste; dieselbe war freilich des hohen Schulgelds halber nur von den Kindern wohlhabender Eltern besucht. — Schon 1794 hatten aufgeklärtere Juden eine deutsche Schule zu gründen versucht, der Oberrabbiner war jedoch auf Veranlassung des Gemeindevorstands damals sofort mit dem Banne bei der Hand und wenn auch der Bann wieder zurückgenommen wurde, so scheint es dem mächtigen Fanatismus doch gelungen zu sein, das Projekt zu ersticken. (Vgl. Baerwald a. a. O. S. 6.) *) „Der Unterricht in den Schulen geschieht ganz in deutscher Sprache und nach der von der Schul-Curatel vorgeschriebenen oder genehmigten Methode und Schul-Büchern. Die Lehrer werden auf den Vorschlag des Gemeinds-Vorstands von derselben geprüft und angenommen. Ihre Belohnung wird von dem Gemeinds- Vorstand bestimmt, alle halbe Jahre werden öffentliche Schul-Prüfungen angestellt." Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutschl. IV. 16

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