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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 231

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 231 (sequence 31)
Language
German
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Schnapper-Arndt: Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüd. Dinge. 231 süchtige Nation zu nennen*). Grosmiithig genug ihn nicht beim Worte zu fassen, wollen wir erkennen, daß es nur sein Scherz ist wenn er die Juden ehrsüchtig — lobt. (Wir sind nicht gewillig auf grammatische Subtilitäten Rücksicht zu nehmen). Vielmehr wollte unser Pseudo-Juvenal dadurch zu oerstehen geben, daß der Jude keine Ehre habe ^). Wir können ihm dieses im allgemeinen zugeben, ohne grade damit den Juden Borwürfe machen zu wollen. Denn wenn unser humoristische Critiker nur selbst von dem einen Begriff hat was man Ehre nennt, wie kann er vom Juden solche verlangen? Da alles was der Staat gegen ihn that und für ihn zu thun sich die Miene girbt, blos und allein darauf abzweckt, nicht blos alle Ehre in ihm zu tilgen, sondern ihm auch jede Gelegenheit zu benehmen, was es mit der Ehre überhaupt für ein Bewandnis habe zu erfahren. Ob wir zwar der Forderung im allgemeinen 2) nicht beystimmen können die Jakobsohn macht, daß nähmlich den Rabbinern Sitz und Stimme bei den christlichen Konsistorien gegeben werden solle"*); so ist doch die Einwendung die sein Critiker dagegen macht so viel wie gar keine. Dieser Fragt : was soll aber der Rabbiner im Consistorium, wo auch nach dem Ooäs Napoleon die Ehescheidungen und Dispensationen nicht vorgenommen werden? Aber, fragen wir ist denn in Frankfurth der doäe Napoleon eingeführt? Wenn man es doch stäts beachten möchte, daß ein und dieselbe Sache in Verhältnis zu einem Menschen gebracht als schädlich oder als nützlich gedacht werden könne, je nachdem sie entweder als ein frehes Produkt seiner innern Thätigkeit erscheint, und folglich ein homogener Theil von ihm ist; oder als etwas fremdes heterogenes, dem Menschen von aussen her gleichsam nur angeklebt wird. Wir sagen dieß in Bezug auf den 8ten Z-^-). 2) Am Rande ein von B. herrührender Rothstiftstrich. ^) „im allgemeinen" zugefügt. *) ..Herr Jakobsohn vergißt im Eifer, daß seine ehrsüchtige Nation die Einrichtung ^Prüfung der anzustellenden Rabbiner durch ein (ÜcuListorium auZustariae ^0ni688i0n!8^ von einer ganz andern Seite ansehn kann und muß. Ihre Rabbiner, bisher nur ihrer Nation bekannt, und den übrigen höchst gleichgültig, erwerben jetzt schon vor ihrer Anstellung sich durch ihren Werth und Kenntnisse die Achtung des Fürsten, der Staatsdiener, der Gelehrten des Volks, unter denen sie leben". **) „Warum weist man ihm, dem gebildeten, studirten, vom Konststorio als gelehrten, sittlich guten und Humauen Mann, erprobten und gelobten Manne nicht eine Stelle im Konsistorio an? Warum sitzt er hier nicht, wo über Ehe-, Verspruchs- Dispensations- und Ehescheidungssachen nach dem mosaischen Gesetze und den bestehenden Verordnungen entschieden werden soll . . . ." (Jakobsohn S. 11). ***) s 8: „Der Fürstliche Commissair hat alle Landes-Fürstliche ^'ura circa Laers zu

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