Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 25)
- Language
- German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüd. Dinge. 225 dem Vorwurf: daß das Interesse der Persönlichkeit, auf unsre') Darstellung Einfluß gehabt habe. Alle diejenigen nun die mit uns die Ansicht führen, daß dieses nicht zu vermeiden sey, werden uns vertheidigen. Aber auch vor dem Richterstuhle der Andersgesinnten werden wir uns über jenen Vorwurf der Parthehlichkeit gerechtfertigt finden. Denn der Verfasser der Bemerkungen-) geht uns mit seinem Beyspiele vor, zeigend, wie man sich nicht zu scheuen habe, die evidenteste Wahrheit zu verläugnen, ja sogar den eignen Glauben daran zu tödten, um ihn auf die Altäre der Habsucht, des Neides und der Dummheit als Opfer zu bringen ^). Lichtenberg, (der einzige ^) Deutsche der den Much hatte witzig zu sehn) erzählt irgendwo von einem Messer ohne Klinge woran der Stiel fehlt, als einer Rarität die Liebhabern zum Verkaufe angebothen wurde. Ganz jenem Kunst-stückchen ähnlich ist die Schrift unseres Tausendkünstlers, die gegen Jakobson-^) gerichtet ist. Der satirische Jäger, der so ungeschickt seine in^) Galle vergifteten Pfeile auf Jakobson losschleudert, hat nicht einmal vermocht, unserer Eitelkeit den billigen Genuß zu verschaffen, für die Nothwendigkeit ^) seine Witze erbärmlich zu finden unserm Geschmack einiges Lob zukommen lassen zu dürfen. Wir würden sagen: seine Sarkasmen sind peubelhaft ^) - aber wo nehmen wir^) die peublehaste Sprache her um dieses gebührlich auszudrücken? Wir würden sagen: seine Gründe sind seicht, wenn wir nicht durch das Zumuthen 8), daß sie wohl anderer Meinung sehn könnten, unsere Leser zu beleidigen fürchteten. Wir halten es darum für n'öthig bestimmt zu erklären, daß wir uns nicht würden herabgelassen haben den Verfasser der Bemerkungen dann und wann lächerlich zu finden^); wenn nicht von der immer fertigen Menge (da^) wo es darauf ankömmt ihrem Hasse zu fröhnen) unser Stillschweigen als ein Beweis der") Betroffenheit wäre angesehen worden. In einer Einleitung, worin tröstlich versprochen wird, daß man keine zu erwarten habe, macht der Verfasser den Fürsten große Lobsprüche dari) Fr.: „meine". — 2) Fr.: „zu opfern". — ^) Fr.: „erste". - ^) Fr.: „mit". — 5) Fr.: „Fähigkeit". — Fr.: „plebejisch". — ') Fr.: „finde ich". — ^) Fr.: Mistrauen. — Fr.: „machen"; „dann und wann" ist eingeschoben. — „da" eingeschoben. — Fr.: „unserer". Bemerkungen über des Herrn Geh. Finanzrath's Israel Jakobsohn untertänigste Vorstellung an Se. Hoheit den Fürst Primas, der Rheinischen Consöderation. Höchst dessen neue Stättigkeits- und Schutz-Ordnung für die Judenschast in Frankfurt am Main betreffend 1808 (Frankfurt bei Barrentrapp) Mote Börnes^. **) Untertänigste Vorstellung an seine Hoheit den Fürst Primas der Rheinischen Konföderation über Höchstdesseu neue Stättigkeits- und Schutzordnung für die Judenschaft in Frankfurt am Main. Vom Geheimen Finanzrath Israel Jakobsohn. Braunschweig, 1808. bei Vieweg. ^Note BörnesZ.