Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 21)
- Language
- German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig BLrne's über jüd. Dinge. 221 gerichtet. (Adresse: Wolgeboren dem Herrn voetor Larueli in I^ranek- 5urtd a. M.) Herr voetor! Verzeyhen Sie, daß ich das Schreiben, womit Sie mich unterm 24ten ^.uAust beehrt haben, bis jetzt unbeantwortet gelaßen: ich bin dm Sommer über auf dem Lande gewesen und habe mich zur Herstellung meiner Gesundheit allen Geschafften entzogen: indeßen habe ich mit dem größten Vergnügen Ihre Schrifft gelesen, und da ich seit einigen Tagen hier angekommen bin, so eile ich Sie davon zu benachrichtigen und Ihnen vorzuschlagen mich hier auf einige Tage zu besuchen, wenn es Ihre Geschaffte erlauben und die Reise nicht zu kostspielig ist. Ich würde mich alsdann mündlich, mit Muße, über die in Ihrer Schrifft enthaltenen Gegenstände unterhalten können. Ich kann zwar nicht genau bestimmen, wie lange mein Aufenthalt hier dauren wird, indeßen glaube ich mit Gewißheit sagen zu können, daß ich bis Ende des Monaths ^ovevader in Bassel sehn werde. Mit der vollkommensten Hochachtung habe ich die Ehre zu sehn Cassel den 19 Oetoder 1810. Ew. Wohlgebohren gehorsamster Diener ^aeobgoku. Die Schrift, von welcher in diesem Briefe die Rede ist, könnte, da Börne eine andere, Jacobsohn interessirende um jene Zeit nicht verfaßt hat, vielleicht die uns beschäftigende gewesen sein. Daß Börne erst so spät, zwei Jahre nach der Abfassung, sich mit Jacobsohn wegen ihrer in Verbindung gesetzt, würde für ihn, bei dem persönliche Rücksichten immer so sehr in den Hintergrund getreten, nur charakteristisch sein. Von der Börne'schen Handschrist sind 92 Folioseiten erhalten, die aus je einer Spalte ziemlich weitläufig beschrieben sind. Es fehlt nur eine einzige Seite am Schlüsse, die aber nur wenige Worte enthalten haben kann. Das Manuscript ist sonach so gut wie vollständig. Notizen dazu existiren nicht. Dagegen enthalten vier Quartblätter einen Passus, der in der schließlichen Bearbeitung keine Stelle gefunden hat. Dieser Passus bespricht den letzten Paragraphen der Stättigkeit und er sei hier der Mitteilung des Hauptmanuscripts vorangeschickt.