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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 216

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 216 (sequence 16)
Language
German
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216 Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Bö'rne's über jüd. Dinge. kriminationen schieben den weiteren Fortgang der Proceduren nicht auf: am 18. Februar bereits wird in Jtzstein's Wohnung im sogenannten Compostell mit der Jnstallirung und Constituirung des Gemeindevorstandes begonnen. Nachdem man die Ernennung des ebengenannten Directorialraths Jtzstein zum Special-Commissar officiell bekannt gemacht, giebt man die Versicherung ab, daß man sich bestreben werde, „der hiesigen Judenschaft als einem achtungswerthen Theile der hiesigen Einwohner in dem Geiste der gerechtesten Denkungsart des erhabenen Fürsten und dieser verkündeten Stättigkeit nützlich zu sehn"; der Gemeindeschreiber Wüstefeld wird vorgestellt und verpflichtet, alsdann den Vorstehern wider Willen der Eid verlesen, den sie auf die Stättigkeit zu leisten haben. Speyer, Weisweiler und Emden lassen sich in die Synagoge führen und schwören vor der großen Thora, die übrigen Candidaten, soweit überhaupt anwesend, erklären zunächst die Antwort des Fürsten abwarten zu wollen. Dafür, daß diese genügend energisch ausfalle, hatte Geh.-Rath Seeger mittlerweile Sorge getragen. Schon am 28. von Paris aus in den Besitz einer einfachen Ablehnung des Enthebungsgesuches der Vorsteher gelangt, wartete er vor weiterem Vorgehen den Effekt ab, den sein eigener, am 17. abgeschickter Alarmbericht in Paris hervorbringen werde; vor dem Eintreffen desselben könne man dort, meinte er, keine richtige Vorstellung von dem „Grade der Hartnäckigkeit" der Juden gehabt haben: eine Strafandrohung vermißte er insonderheit. Was Seeger wünschte erhielt er endlich in den ersten Märztagen: in diesem nachmals den Revolutionären günstigen Monat konnte der jüdische Ausstand mit Hülfe der eingelangten Pariser Resolution vom 27. Februar niedergeschlagen werden. Wer nicht ineontineuti seinen Gehorsam zu Protocoll bekundet, dem soll bedeutet werden, daß er einen Suppleanten mit jährlich fl. 500 bezahlen müsse, der Verschwörungs-Ausschuß ist aufgelöst. Diese letztere Bestimmung der Resolution wurde sogar in der Synagoge durch Wüstefeld öffentlich und feierlich verlesen: „Vermöge höchsten Befehls Sr. Hoheit unseres gnädigsten Herrn „wird der versammelten Judengemeinde hiermit allgemein bekannt gemacht, „daß der in derselben gebildete geheime Ausschuß hierdurch als aufgelöst „erklärt und der jüdischen Gemeinde oder irgend welchen einzelnen Gliedern „derselben unter scharfer Strafe verboten werde sich anders als unter dem „Vorsitze des von Sr. Hoheit gnädigst verordneten Special-Commissarii, „Direktorial-Raths It23tew zu versammeln, Deliberationen anzugehen und „Abordnungen, Vorstellungen in gemeinschaftlichem Namen oder Rekurse „um Verwendung bei Sr. Hoheit, an andere Souveraine, oder auch Gekehrte und Schriftsteller zu beschließen" ^). Hartwich I. U. L. Den Vermerk „rev. Hartwig" fand ich auch unter d. (S. 258 citirten) Eingabe von 1802, ferner fand ich daß H., als beeid. Uebersetzer 1793 die Version eines hebräischen Gutachtens legitimirt hat. (Die Berechtigung den „Freigeist" Wohl abgesondert zu beerdigen, sollte darin von intoleranten Baumeistern und Rabbinern dargethan werden. IIZId. v. 33 Xo. 71.) Nachmals 1811 als Oberpolizeidirector Börnes Chef. Low. 6en. I'om. II,?a8e. II. No. 91.

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