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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 213

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 213 (sequence 13)
Language
German
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Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Bo'rne's über jud. Dinge. 21Z Ein anderes Citat aus dem „Universum" spielt auf den Widerstand an, den Dalberg, wie die Bittsteller meinen, mit seinen weitergehenden Plänen gefunden habe, einen Widerstand, den ein hervorragender Mann zu besiegen geeignet und verpflichtet sei. „Der große Mann", habe Dalberg selbst gesagt (Universum S. 67), „drückt seinen Stempel seinem Jahrhunderte wie weiches Wachs ein. Schwächere Menschen, schwankende Menschen, oder solche Menschen, deren Neigungen in mehrere Gegenstände getheilt sind, fühlen sein Uebergewicht. Er spricht, und sie schweigen. Er will, und sie wollen. Er befiehlt, ihr Herz murret heimlich, aber beugt sich doch. Das ist was moralische Jmpulsion genannt wird". Zu einer solchen Rolle sei Dalberg berufen. Ja sogar jenes geheime Murren sei kaum zu fürchten; sei doch trotz alles früheren Eiferns gegen die kleinsten Verbesserungen zu Gunsten der Katholiken und Reformirten deren endliche Gleichstellung ohne die leiseste Einwendung hingenommen worden. Die geheimen giftigen Einlispelungen gegen die jüdischen Miteinwohner würden nur von einem Theile bürgerlicher Waarenhändler erzeugt und gepflegt, während der bei weitem größere und edeldenkendere Theil der bürgerlichen Einwohner zu Frankfurt mit wehmüthiger Theilnahme die neue Judenordnung lese, welche über die Judengemeinde Unterdrückung, Verbannung und Elend verschleiert ausspreche. In ihren materiellen Theilen behandelt die Petition ähnlich wie die früheren Schriften von jüdischer Seite eingehend die Handels-, Wohn- und populatienistischen Beschränkungen. Auf einige der betreffenden Ausführungen werde ich in den Excursen und Noten zurückzukommen Gelegenheit haben. Gesuch und Vorstellungen blieben ohne Erfolg, so in Frankfurt wie in Paris. Die neue Stättigkeit^) erschien in Druck bei Varrentrapp und Wenner, und die Bildung des durch sie geforderten Gemeindevorstandes war die erste Maßregel, die man behufs ihrer Durchführung in Angriff nahm. Der Senat wurde ersucht, für die zu besetzenden 12 Stellen 24 geeignete Männer vorzuschlagen. Am 23. Januar 1808 überschickte er seine Vorschlagsliste nach Paris zugleich mit Angabe der Gesichtspunkte, die bei ihrer Aufstellung maßgebend gewesen seien. Man habe, heißt es, auf Personen reflectirt, die genügendes Vermögen besitzen, ihre Zeit öffentlichen Angelegenheiten widmen zu können, die ferner noch in solchen Jahren stehen, um sich in die neue Ordnung finden zu können und man habe endlich die Gewählten den verschiedenen, in der Judenschaft bestehenden Parteien entnommen, indem man zugleich Personen ferngehalten, welche „durch einen verwerflichen Hang zu Neuerungen dem gemeinen Wesen einen Dienst zu thun glauben, wenn sie nur das Alte umstürzen ohne Rücksicht auf Zeit, Umstände und Befähigung ihrer Mitbrüder". Von den mehreren Parteien im Judenthume, aus die der Senat hier anspielt, hatte bereits früher einmal Eberstein gesprochen. Die Gemeinde zerfalle „in die orthodoxen besser hhperorthodoxen und in die auf- Neue Stättigkeits- und Schutzordnung der Iudenschaft zu Frankfurt a. M., deren Verfassung, Verwaltung, Rechte und Verbindlichkeit betreffend zc.

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