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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 206

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Jugendarbeiten Ludwig Börne's über jüdische Dinge
Date
1890-01-01
Page
Seite 206 (sequence 6)
Language
German
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206 Schnapper-Arndt, Jugendarbeiten Ludwig BLrne's über jüd. Dinge. „unterdessen ist es im Grund doch zweckmäßiger, eine neue RedacLion vorzunehmen, welche dem gegenwärtigen Herkommen angemeßen ist, als solche „Dinge beschwören zu laßen, worunter mehrere vorkommen, die nicht mehr „beobachtet werden. Lrn^s hatten zwar für zweckmäßig erachtet, diesen „Gegenstand provisorisch nach dem Herkommen sortsezzen zu laßen und „lebten in der Hofnung, der im allgemeinen so edle und billige Geist der „Frankfurther Inwohner würde die Abneigung gegen die Juden ablegen, „zumalen da sie ihme als fürstliche Unterthanen ihr Fürstenwort Völkerrechtlich gegeben haben, gegen Bedrückung zu schüzzen; Neuere Beispiele „haben Lm""2 überzeuget, daß die Judenschaft noch immer in einer sehr „betrübten, und verschmäheten Lage ist; Vor allem ist daher die Stätig- „keitsurkunde in einen den Zeitverhältnissen angemeßenen Sinn zu saßen, „Lm""^ tragen Ihrem Konkommißarius Frh. von Eberstein auf, sich hierüber „mit den Mitgliedern des Senats zu benehmen, nach genommener Einsicht „der ^.eten einen zweckmäßigen Entwurf der Urkunde zu Stand zu bringen, „zugleich den Juden unter scharfer Ahndung zu bedeuten, dass die bisherigen „Verhältniße fortbestehen, von ihnen pünktlich zu befolgen find; welches sie „ohnhin durch den geleisteten Unterthans-Eid zu thun schuldig sind. Bis „dahin bleibt die Leistung des Eides auf die Stätigkeit, als auf eine nicht „mehr ganz zu befolgen mögliche alte Urkunde annoch ausgesezt". Frhr. von Eberstein erwiderte, daß er dem Auftrag mit um so größerer Freude nachkomme, als er — wie dem Fürsten aus früheren Vorträgen bekannt sein werde — immer gewünscht habe, der so tief gesunkenen Nation aufzuhelfen, ihren Zustand zu erleichtern. Man darf ihm dies glauben. Eberstein, nachmals im Jahre 1811, bei der Zulassung der Juden zum Bürgerrecht hervorragend betheiligt, erscheint von jeher als der vorurtheilsfreieste unter den Rathgebern Dalbergs. Widerstand gegen etwa von anderer Seite geplante Verbesserungen geht von ihm niemals aus; es freut ihn vielmehr, wenn er weit gehen darf und er wird dabei nicht selten beredt und warmAber andererseits steckt er seinem Dürfen auch leicht enge Grenzen. Er ist kein Kämpfer Huanä für die Judenbefreiung. Er trägt nicht nur dem Widerstand, den er findet, wenn es Noch thut Rechnung, sondern kommt ihm zuweilen auch leicht zuvor, indem er gleich von vornherein das eigene Auftreten so abschwächt, daß sachlich zwischen demselben und dem der wirklich und von Herzen Widerstrebenden nur ein geringer Unterschied bleibt. Geistreich, gewandt in der Dialektik, weiß er dann wohl auch für Entscheidungen, die nicht seinem eigenen Hange entsprechen, Gründe zu finden. Immer liebt er es, aufgeklärt zu erscheinen; er ist stolz aus seine geistige Überlegenheit anderen Rathen gegenüber, stolz darauf den Geist der Schriftsteller des achtzehnten Jahrhunderts in sich ausgenommen zu Habens. Wo er 2) S. u. A. in den Excursen. 2) „Der etwas weitläufige Bericht des Renten-Amts" ^gez. C. F. Steitz^ sagt er einmal „hat übrigens dadurch einen bleibenden Werth, daß er alle die Beschränkungen der Juden im Weinhandel und die als Quellen dazu nachzuschlagende Gesetze wohl zusammenstellt. Zur Philosophischen Entwicklung des Lsxrit äes Ioi8 würde

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