Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Schlesien
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 15)
- Language
- German
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196 G. Wols: Zur Geschichte der Juden in Schlesien. unentbehrlich sind, will man den Branntwein urdar zur eooservirun^ des k>ud1iei w statu yuo erhalten und in dem benachbarten Polen die Notdurft von Getreide und anderen Wirtschastseffecten erhandeln, als welches durch angeführte Juden nach Inhalt des jetzt publicirten Patentes am besten ins Werk zu richten, noch ferner beizubehalten allergnädigst gestatten. Allermaßen ungeachtet verschiedener von den hiesigen Ständen bereits der Versuch gethan, statt der Juden Christengesinde zum Branntweinbrennen verordnet mit selbigen (als welchen das Branntweintrinken an hiesigen polnischen Gränzen so wenig als der Katze das Mausen verboten werden kann) gar nicht fortzukommen gewesen, sondern abgeschafft und statt deren, Juden in die Branntweinhäuser wiederum aus Not aufgenommen werden müssen. So wir also hiermit zur obrigkeitlichen Beförderung an die Behörde aä eSeetum fernerweitige Beibehaltung der hiesigen Juden bei den Branntweinhäusern gehorsamst einbringen sollen". Aehnliche Gesuche um Belastung der Juden liegen vor: Breslau 24. Nov. 1738 von Charlotte Gräfin Hatzfeld, geborene Gräfin Stadion, daß es ihr gestattet werde, die Juden auf ihren Herrschaften zu behalten. Ferner vom Freiherrn von Lusker in Dammer und Breslau 29. Nov. 1838, von Gottlieb Freiherrn von Trach, Anton von Mizurek, Georg Friedrich von Ronschitz und Johann Franz Foltek in Nauen, der vier Landstände des Fürstenthums Oppeln und Ratibor. Noch haben wir ein Gesuch vom 31. December 1738 anzuführen. Elias Lazarus Zacharias und dessen Bruder Abraham Münzmeister baten, daß der Gottesacker der Juden in Prausnitz trotz der Reduction der Juden daselbst verbleibe und es den Juden gestattet werde, dort zu wohnen. Sie motivirten diese Bitte in folgender Weise: Zum Gottesacker in Krotoschin (das damals zu Polen gehörte) seien eilf Meilen und nach Breslau 4 Meilen. Prausnitz oder Dyrnfurh eignen sich daher am besten für einen jüdischen Friedhof. In Dyrnfurth dringe jedoch öfters das Wasser der Oder in die Gräber. In Betreff Krotcschins müsse noch bemerkt werden, daß, falls die Leichen dorthin überführt werden müssen, viel Geld ins Ausland wandern möchte, da jeder Pfarrer des Ortes, wo die Leiche Passirt, sich Stolgebühren zahlen läßt. Wie bekannt begann bald nach dem Tode Karl VI. der erste schlesische Krieg und in der Schlacht von Molwitz 10. April 1741 errang General Schwerin den Sieg, worauf die Preußen den größten Theil von Ober- und Niederschlesien besetzten. Von Friedrich den Großen liegen uns in