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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 187

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden in Schlesien
Date
1890-01-01
Page
Seite 187 (sequence 6)
Language
German
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G. Wolf: Zur Geschichte der Juden in Schlesien. 187 Hierauf rescribirte der Kaiser: Die Wohnungen der Juden in Glogau auf 141 zu restringiren. In jeder derselben dürfen nicht mehr als zwei Wirthe mit ihren Familien geduldet werden, „auch ehe und bevor von diesen Wirten oder patridus kamMas einer nicht absterben, kein Heurat zugelassen"; wenn ein Wirt verstirbt, ist dessen Wohnung entweder dem ältsten Sohne vorbehalten, oder da kein Sohn vorhanden, soll sie der Witwe oder einem andern einheiratenden Benedixer Juden gegeben, mithin durch dieses Mittel der Multiplication „vorgebogen" werden sollte. Die Juden in Großglogau zahlten 1350 Thaler schlesisch Steuer. Im Jahre 1735 verlangte man 16900 Thaler. Sie wendeten sich daher an den Kaiser und wiesen darauf hin, daß ihr gänzlicher Ruin stantskoe xrovisorlo unvermeidlich erfolgen müßte und baten um die Ordnung „damit unsere arme Oomunität bis zu der im ganzen Lande erfolgenden und LtadMrenäeu Generalsteuerrectification (wie solche in Aussicht genommen war) in statu Mo iä 68t bei dem alten Inäuetion- und Contributionalshstem gelassen und erhalten werden möchte. Am 30. April 1736 erfolgte hierauf an das Amt in Glogau der Bescheid des Inhaltes, daß vorläufig bis zur Zeit, da die kaiserliche Resolution über die Generalsteuerrectification erfolgen wird, das von der Stadt Glogau eingeführte Provisorium snZpenäirt und der alte moäus eontrikuenäi beibehalten werden soll. Diese Entscheidung fruchtete jedoch nicht das mindeste und um die Gemeinde zur Zahlung der erhöheten Steuer zu zwingen, wurde die Synagoge gesperrt und vernagelt. Hierauf schritt die Gemeinde neuerdings beim Kaiser ein. In dem Bittgesuche heißt es: „So sehen wir uns bemüßigt Euere Majestät um Dero Landesväterliche kemeäur allerdemütigst zu implorireU) anbei aber cum revoeatiove aä aeta prwra.die Ungleichheit dieser uns aufbürdenden neuen ^rovisorii in eontridutionali beizubringen, maßen andurch unsere arme Communität in dergestaltigen Nothstand unfehlbar gesetzt werden würde, und daß selbe auch weder die ohnedem häufige xraestationes oräinarias zu bestreiten im Stande sein könnte, da selbe bishero ihre alt übliche eontridutions praestanäi stets richtig abgeführt" und bei Gelegenheit der allgemeinen Überschwemmung in Schlesien im Jahre 1734 und der Hungersnoth, die auf dieselbe folgte gen'öthigt war ein Anlehen von mehreren tausend Gulden aufzunehmen, um für die Ernährung der verarmten Mitglieder zu sorgen. Sie müssen diese Schuld bezahlen, ferner die repartirte Steuer nach Breslau, dann seit 3 Jahren fl. 3000 Vermögenssteuer;

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