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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Aufstand 1612 - 1618
Date
1890-01-01
Page
Seite 148 (sequence 22)
Language
German
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148 Kracauer: Die Juden Frankfurts im Fettmilch'schen Ausstand 16 l2-1618. Mit der Prüfung der Beschwerden und Forderungen, fuhr das Reskript fort, habe der Kaiser den Erzbischof Johann Schweickard von Mainz und den Landgrafen Ludwig (V) von Hessen beauftragt, deren Machtspruch sie sich ohne Weigern fügen sollten ^). Beide Fürsten übernahmen auch alsbald die ihnen gewordene Commission. Besonderen Eifer entfaltete hierbei der Landgraf Ludwig. Ihm, dem eifrigen Lutheraner, war in übertriebener Weise berichtet worden, daß die Rathgeber und Censulenten des Pöbels Anhänger der calvinistischen Lehre seien; im Geiste sah er schon voraus, daß diese sich in den Rath eindrängen und die Stadt zum Anschluß an die Union fortreißen würden. Deshalb hatte er schon Anfang Juli seineu Rath Faber mit einem vertraulichen Schreiben nach Frankfurt geschickt, um dem Rath jede Hilfe zur Wahrung der reinen und unverfälschten Augsburgischen Confession anzubieten 2). viariurn nistorieum S. 50—52. In dem Mandate, datirt Nürnberg 18. VII. 1612 heißt es: . . . „Als nächstgesessene verordne er sie zu seinen Commissarien, des freundlichen und gnädigen Versehens, sie werden die Mühe nns zu freundlichem Gehorsam . . . gern und ohnbeschwert auf sich nehmen, wie wir dann E. L. guediglich ersuchen, sie wollen für sich selbst oder durch ihre ansehnliche Subdeligirte sich in obbemelte Stadt Frankfurt, . . . weil summnra xericulum in rnora, verfügen, die Klagen und Beschwerden auf einer und der anderen Seite anhören und einnehmen und allen möglichen Fleiß anwenden, damit die Sachen in der Güte, doch auf uusere gnädigste Ratification, hingelegt und zur Nuhe gerichtet werden mögen, uns auch ihre Relation onverlengt je eher, je besser, zukommen lassen. Sollte aber . . . dieses Feuer . . . weiter ausbrechen, so sollten sie in eurn oventum den Bedrängten . . . nach allem ihren Vermögen beispringen. Und da seine Absicht nicht sei, die von den Zünften und der Bürgerschaft zu Frankfurt unverantwortliche Ungebühr ungestraft Hingeheu zu lassen, in sonderbarer Betrachtung, daß dergleichen Ungehorsam der Unterthanen gegen die Obrigkeiten fast aller Orten gar zu sehr überhand nehmen will und durch allzuviele Gelindigkeit unsere kaiserliche Autorität zu Despekt und Verachtung gesetzt werde, so ersuche er sie in aller Eng und Still auf die Authores und Räthführer dieses gefährlichen, weit aussehenden Werkes Inquisition zu halten, dieselben fleißig aä notam zu nehmen und sie alle bei ihrer folgenden Relation namhaft zu machen, nebst angehefftem ihrem Gutachten, wie sie vermeinen, daß gegen den einen oder den andern mit Strafe zu verfahren sei." (Kais. Com. I). In dem Schreiben heißt es.....„Es sei zu befürchten, daß unter dem Schein der Zravainina ein Größeres und Höheres gesucht, auch endlich . . . noch andere sich in das Spiel einmischen, und was sie wegen exsreitu reUZionis bisher nicht zu erlangen vermocht, unter einem fremden xraetext und mit Zuziehung vornehmer Herren und Fürsten durchzudringen unterstehen dürsten." . . . (Kais. Com. I Juli 1). Aehnliche Besorgnisse äußerte er auch im Schreiben an den Erzbischof von Mainz, wo er gradezu behauptet: Die Marburgischen Beistände oder Doctores, welche

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