Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache in Deutschland während des sechszehnten Jahrhunderts
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2259275-2259324-2259327-2264513--1520-2264557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
122 Geiger: Zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache Bucer bemerkt in seiner Antwort'), die übrigens weit kühler ist, als man sie einem bekannten Manne und einem künftigen Collegen gegenüber erwartet — der Schreiber berichtet z. B. in einer mindestens sehr unhöflichen Weise, man habe F. berufen, weil man geglaubt habe, er werde eine besoldete Stellung seiner Schulden wegen sehr n'öthig haben — F. möge danach trachten, in Straßburg weder Büfflers?) noch der Typographie Knecht zu werden. Unter den Freunden Fagius ist der in gleichem Sinne, wenn auch viel universeller arbeitende I. A. Widmannstadts zu erwähren. Ein von diesem erhaltener Brief an Fagius ^) beschäftigt sich zumeist mit der Absicht des Schreibers, arabische Typen herzustellen und den bereits zu diesem Zweck unternommenen Versuchen. Der Schreiber bedankt sich ferner für einen hebräischen Brief des Fagius vom 9. Juli, den er mit einigen hebräischen Zeilen erwidert, die aber so flüchtig geschrieben sind, daß sie nicht entziffert werden konnten. An demselben Tage wie von Fagius habe er noch von Andreas Masius, einem alten Freunde, einen Brief bekommen. Auch Masius rühme Fagius' Kenntniß des Hebräischen und sei verwundert über dessen eleganten hebräischen Brief, der wahrlich nicht am Bodensee oder Rhein geschrieben zu sein schiene. Ueber das Buch habe er im Oct. an Masius geschrieben. Von diesen Briefen an und von Masius wird in dem schon erwähnten 1886 erschienenen Briefwechsel nichts berichtet, wohl aber geht daraus hervor, daß Masius schon 1540 die Sprachkenntnisse Widmannstadts rühmt und 1542 eine Schrift des Fagius gewidmet erhält; erst 1554 erschien Widmannstadts Ausgabe des syrischen Neuen Testaments, in deren Vorrede er auch Masius unter den Autoritäten anführt „für die Meinung, daß das Evangelium Matthäi ursprünglich nicht in der alten hebräischen, sondern in der syrischen Volkssprache geschrieben und erst nachher in die mosaische Sprache übersetzt worden sei" ^). a. a. O., 9. Juli. 2) Des bekannten Mäcens des Fagius, vergl. Stud. d. hebr. Spr. S. 66 und Amn. 2. -) Vergl. a. a. O. S. 70, A. 1; serner die Notiz S. 119. 4) München 25. Sept. 1544, unterzeichnet ^o. Albertus 'WiämestaÄws, coZnoineuto 1.uerotiu8. Bergl. Briefe von A. Masius und seinen Freunden 1538—1573, hgg. von Max Lossen, Lpz. 1886, S. 8. 17. 164. — Die weiteren Beziehungen Widmannstadts zu Masius können hier nicht erwähnt werden. Fagius wird noch einmal in dem Biefwechsel genannt S. 427. Pighius rühmt nämlich 1569 den Masius ungemein als Hebraisten. Jetzt gebe es, so meint er, keinen einen, der mit ihm vergleichbar