Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache in Deutschland während des sechszehnten Jahrhunderts
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Language
- German
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114 Geiger: Zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache Allgemeinen dargelegt worden; kürzlich hat W. Bachers ausführlich seine wissenschaftlichen Leistungen behandelt. In einer eingehenden freilich nur für Hebraisten vom Fach bestimmten und für diese verständlichen Abhandlung erörtert Bacher seinen schwierigen Gegenstand. Er behandelt im Einzelnen die von Levita citirten Werke; Erläuterung und Kritik der Vorgänger wo das vornehmlich wichtige Verhältnis zu Kimchi mit besonderer Ausführlichkeit dargethan wird; zur hebräischen Grammatik: Charakteristik der grammatischen Schriften, Durchnahme der einzelnen Regeln, zur Lehre vom Nomen, Berkum u. f. w.; zur Lexikographie: der Abschnitt bezieht sich besonders auf drei Werke Levita's, auf die Glossen zu David Kimchis Wörterbuch, Methurgeman, Tischbi; zur Targumkunde; zur Massorah; zur Bibelexegese. Im letztangeführten Abschnitte werden die einzelnen Stellen, zu deren Erklärung sich aus den Schriften Levita's Beiträge sammeln lassen, nach der Reihenfolge der biblischen Bücher aneinandergereiht. Die ungemein gelehrten und wichtige Beiträge enthaltenden Anmerkungen, welche hinter dem Texte folgen, füllen zwei Bogen, sind also dem Umfange nach beinahe dem Texte gleich. Einzelheiten aus Text oder Anmerkungen hier folgen zu lassen oder kritische Erörterungen über streitige Punkte zu beginnen, würde mich auf ein Gebiet führen, in welchem ich nur zeitweilig als Gast mich aufhielt und würde wenigen unserer Leser willkommen sein. Ich begnüge mich daher mit der Hervorhebung einer einzigen Stelle, in welcher B. auseinandersetzt, daß L. zur Erklärung gleichlautender hebräischer auch deutsche Wörter herbeizieht und lexikalische Analogien zwischen dem Hebräischen und Deutschen findet. Doch kann ich nicht leugnen, daß diese Nebeneinanderstellung eine recht äußerliche ist und die Sprachvergleichung Levitas nicht eben als auf sehr hohem Standpunkte zeigt. Bachers Arbeit muß als eine sehr verdienstliche, einen schwierigen Gegenstand in abschließender Weise behandelnde gerühmt werden. Die Beiträge, die im Folgenden gegeben werden sollen, sind wesentlich anderer Natur. Sie mögen als Nachträge zu meinem obengenannten Buche und den daselbst verzeichneten Abhandlungen aufgefaßt werden. Es sind Mittheilungen aus handschriftlichen Quellen, Auszüge aus ungedruckten Briefen, die allerdings größtenteils schon vor vielen Jahren in Schweizer Bibliotheken, Basel, St. Gallen, Zürich gesammelt, aber weder von mir noch von Andern bisher verwerthet worden sind. ') W. Vacher, Elija Levitas wissenschaftliche Leistungen in Zeitschrift der deulschmorgenlä'ndischen Gesellschaft Bd. XI.III, S. 206—272.