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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 113

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache in Deutschland während des sechszehnten Jahrhunderts
Date
1890-01-01
Page
Seite 113 (sequence 3)
Language
German
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in Deutschland während des sechszehnten Jahrhunderts. 113 Anmerkung genannte Frau eine geborene Jüdin war') und daß ein wandernder Schulmeister damals dem Rathe der Stadt Nürnberg den Antrag machte, eine nur der Erlernung der hebräischen Sprache gewidmete Schule zu begründen, worauf der Rath freilich nicht einging, weil sich zu wenig Theilnehmer dafür fanden 2). Sehr merkwürdig ist ferner, daß ein Lehrer des Hebräischen, freilich ein getaufter Jude, Emanuel Tremellius, von dem bereits einmal die Rede war (vergl. oben Band II, S. 101), eine kleine Schrift 2) über den christlichen Glauben, die zehn Gebote, die Art des Betens, die Ceremonien des alten und neuen Bundes in hebräischer Sprache schrieb, nicht etwa, um seine Kenntniß des Hebräischen zu beweisen, sondern mit der ausdrücklichen Motivirung, die Juden zur Lectüre seiner Schrift zu reizen. Denn er bemerkt, daß eine solche Schrift von den Juden gelesen, anderssprachliche Schriften von ihnen aber absichtlich ignorirt würden. Unter den Juden, welche sich im 16. Jahrhundert wissenschaftlich mit der hebräischen Sprache beschäftigten, hat eigentlich nur Einer wirkliche Bedeutung, der schon genannte Elias Levita, der Lehrer der gesammten Christenheit. Sein Leben war oft beschrieben und seine Bedeutung im 5) Nach Wiedemann, „Johann Turmair, genannt Aventinus" S. 28 war die Frau des Urbanus Rhegius, Anna Weißbrucker, aus Augsburg, im Hebräischen sehr erfahren. 2) Wernher Ainhorn von Bochara macht der Stadt Nürnberg Ansang 1525 diesen Antrag (vergl. Soden, Beitrage zur Geschichte der Reformation mit besonderer Beziehung aus Nürnberg. Nürnberg 1855, S. 263). 3) Emanuel Tremellius ">TY ^.rZentorati III läus ^xrilis KI.VI.IV. Aus derselben sind folgende zwei größere Stellen wichtig: „Ilt. enirn noäle Zen8 I8rae1itiea no3trae reliZioni sit inte8ta, 11011 tarnen xraeterwittit leZere guae a nostris Revraiee eon8eriountnr) ne iZnorent, <Mänanr vel pro üs vel contra eo8 arAnrnenternur, <Ü88erarnn8, et äe enltn vei ae xietate Üi8nnternu8. tzuae autein 1.atini8 1iteri8 aut nereZrin^ a no8tri8 eon- 8iSnantur, 8o1ieiti neu 8unt o^uo xertineant: 86Ä 8i t^ua proprio ix8ornin iäioinate knerint eäita, ea xlurirnurn 8ua rekerre arditrantur, ut non iZnorent, narn e ve8tiZio 8u8xieantnr o^uoci Ledraiee 8eriditur in eo8 cUei." Er wolle die rabbinische Sprache nicht anwenden. „Ram iä sununa äiliZentia, niaxima 8o11ieitnc!ine in nae 8eriptione eavi, nt äe kaees I^advinorura verda et xQrase8 non nanrirern, 8eä iUuä ^uanturn re8 xatieoatur, Zenn8 orationi8 aclnidui, o^uo vivina oracula tuerunt in saeri8 vo1uniinidu8 e0N8erivta. Er hätte anderes geben können, Huae eruäitioni8 e88e znaKi8 reeonäitae taeile inäiearent 8eä nine ad e1ernentl8 vietati8 midi au8picanäuin een8ui, ut <iuurn noe xraeelarurn nrinurac^ne tunäainentunr iactunr fnerit aä illa aeäenäa <iuae sunt interiori8 äoetrinae. Onri8tuni (ev^u8 üäem reUZionem^ue ante omnia s^neeriter exv08ni) pr0x>en8iu8 Laventem nadeam. 8'^

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