Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 8)
- Language
- German
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Nachrichten. 107 (S. 52) mag hier folgen trotz einer frivolen Stelle: „Ein merkwürdiges kleines Buch ist die Lebensgeschichte Salomon Maimon's von ihm selbst. Er ist ein Freund von Moritz und Verfasser verschiedener philosophischer Aufsätze in dessen Journalen. Nicht das Spiel ungewöhnlicher starker Leidenschaften, der Kampf großer Kräfte, auch nicht der feine Geist der Beobachtung giebt diesem Werk Interesse. — Er hat nur eine Hervorsteende Neigung, — Wißbegierde, und Hang zum Ueberfinnlichen; aber er erzählt seine traurigen Schicksale gut und versetzt so ganz in die jüdische und Rabbinische Welt, daß man glaubt Rabbi oder wohl gar Betteljude zu sein, — so sehr, daß mir wurde, als kröche und bisse es mich hier und dort. — Er scheint übrigens ein helldenkender, gutgesinnter Mensch, nicht ohne Talent für abstrakte Wissenschaften, daß man sich doch auch für ihn interessiren kann". Ueber den ebengenannten Sal. Maimon, der in unserer Zeitschr. schon oft erwähnt ist, handelt auch ein neu erschienener Aufsatz u. d. T. „IIa ^uik xolcmais" in der Revue äes äeux wonäeg 15. Oet. 1889. U. d. T.: „Mendelssohn-Bibliothek erscheint (Berlin, Herm. Engel) eine Sammlung von Schriften, belletristischen und historischen Inhalts, welche der Behandlung jüdischer Dinge gewidmet sind. Von den vorliegenden 5 Heften, die mir freilich, trotz meiner an den Verleger gerichteten Bitte, nicht zugänglich geworden find, gehören in unser Bereich: G. Karpeles: Die Frauen in der jüdischen Literatur (2 Hefte) und ein Neudruck von Manasse ben Israel, Rettung der Zuden. Uebersetzt von M. Herz. Leopold Auerbach stellt in seinem Buche „Das Zu denthum und seine Bekenner in Preußen und in den anderen deutschen Bundesstaaten" (Berlin 1890, Siegmar Mehring, VIII und 488 SS.) mit großem Fleiße die socialen und rechtlichen Verhältnisse der Juden im deutschen Reich dar. Das Wesen des Buches besteht nicht in geschichtlicher Auseinandersetzung; darum muß der 5. Abschnitt, der die gegenwärtigen Zustände erörtert und der 1. und 2., der die judenfeindliche Bewegung der jüngsten Zeit schildert und eine Kritik der gegen die Zuden erhobenen Vorwürfe enthält, hier uner'örtet bleiben, nur die Einleitung zum 5. Abschnitt ist historischen Inhalts. Viel historisches Material dagegen ist enthalten und gut verarbeitet in dem 3. Abschnitt: „Die politischen Bedenken gegen die volle Gleichberechtigung der Zuden. H.. Die Auffassung der Zuden als Fremde. L. Der christliche Staat und das Zudenthum. 0. Die christlich-jüdische Mischehe"; ebenso in dem 4. „Die bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung der Zuden mit den Christen". — In seinen historischen Theilen, den einzigen, die meiner Kompetenz unterliegen, ist das Buch als ein fleißiges und gründliches zu empfehlen.