Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 9)
- Language
- German
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108 Nachrichten. G. H. Dalman's Veröffentlichung: Judisch-deutsche Volkslieder aus Galizien und Rußland. Leipzig, Centralbureau des Institutura MäaieuiQ 1888 (VIII und 73 SS.; Nro. 20. 21 der Schriften des Instit.Mäaieum) verdient auch an dieser Stelle Erwähnung und Empfehlung. Einzelne der hier mitgetheilten Lieder, theils Klagen über die Verfolgungen, theils Hoffnungen auf den Messias, theils im Allgemeinen religiöse Anschauungen und Ueberzeugungen ausdrückend, find von hoher poetischer Schönheit und verdienen auch in Deutschland bekannt zu werden. Vielleicht komme ich auf diese Lieder und andere ähnliche Erscheinungen noch in anderem Zusammenhange zurück. In eigner Sache. Gegen meinen Aufsatz „Zur Kritik der neuesten jüdischen Geschichtschreibung" (Bd. III, S. 373 ff.) hat sich das von M. Rahmer redigirte „Jüdische Literaturblatt" gemüßigt gefunden, einige Artikel zu veröffentlichen. Einer derselben Nro. 44 S. 171—178 stammt von M. Güdemann her und ist auch im Separatdruck „Ludwig Geiger als Kritiker der neuesten jüdischen Geschichtschreibung" (Leipzig, R.Friese 1889, 34 S.) erschienen. Enthielte derselbe irgend eine sachliche Berichtigung meiner Behauptungen, so könnte er eine Besprechung an dieser Stelle finden; da er nichts Anderes enthält als breite Wiederholung dessen, was Güdemann in seinem Buche vorbringt und eitles Selbstlob seiner Leistungen, so kann er hier unerörtert bleiben Ich begnüge mich damit, einfach zu constatiren, daß ich, gegenüber der angeblichen Güdemannschen Widerlegung, jedes Urtheil und jede Behauptung meines Aufsatzes voll und ganz ausrecht erhalte und daß ich die von ebenso großer Liebenswürdigkeit wie von edler Bescheidenheit zeugende Aufforderung des besagten Herrn in Dingen der Geschichte der Juden zu schweigen, so völlig unbeachtet lassen werde, wie sie es verdient. Bei meinem der Geschichte der Juden zugewandten Streben bin ich der Zustimmung aller Historiker und aller derjenigen, die ohne Parteilichkeit wirklich der Wissenschaft dienen, vollkommen sicher, und werde mich jetzt und in Zukunft durch das Gezeter der Pfaffen, wes Glaubens sie auch seien, und ihres Anhangs in meiner Art der Untersuchung und Darstellung nicht im Geringsten irre machen lassen. Wenn er meinem Urtheile diejenigen christlicher Gelehrten gegenüberstellt, u. A. das eines geschätzten christlichen Collegen, der als Bibelereget sich einen ') Daß der Güdemannsche Artikel von den Blättern seiner Richtung bejubelt wird, versteht sich von selbst. Da ich von derartigen Elaboraten nur das lese, was mir ins Haus geschickt wird, so kenne ich nur einen (selbstverständlich anonymen) Artikel in der „Oesterr. Wochenschrist. Centralorgan für die gesammten Interessen des Judenthums" VI. Jahrg. Nro. 43, 8. Nov. Er enthält u. d. T.: „DerDeutschnationalismus gegen die jüdische Geschichte", Auszüge aus der Güdemannschen Brochure nebst vielen Übertreibungen und manchen Unwahrheiten.