Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 7)
- Language
- German
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106 Nachrichten. Mendelssohns an den vielgenannten durch Goethes Verspottung so bekannten Schwärmer Leuchsenring, 2. Nov. Z782, in welchem M. dem Genannten das erbetene Geld zur Verfügung Kellt und die Verspätung seiner Antwort damit entschuldigt, „weil der Saddatk schon angegangen war". Wiederholt mag hier eine gleichfalls in derselben Veröffentlichung befindliche, aus einem Berliner Briese vom 10. Zan. 1786 gezogene Notiz werden. Sie lautet: „Moses Tod werden Sie wohl schon aus den Zeitungen erfahren haben. Er ist in den Armen des Doctor Herz, plötzlich und dem Anscheine nach, einen sanften Tod gestorben. Der Vorfall hat hier viel Aufsehen gemacht. Seine Leiche ist, wider die sonstige Gewohnheit der Juden, erst nach 24 Stunden beerdigt worden, auch hat die ganze Zudenschaft ihre Kaufläden auf einen ganzen Tag geschloffen, welche Ehre sonst nur dem obersten Rabbiner zu Theil wird". In seinem schönen Buche „Das Leben „Mirab eaus" (Verlin S. Cronbach 1889, 2 Bände) schildert Alfred Stern auch ausführlich den Ausenthalt Mirabeaus in Berlin (1785 fg.), die Beziehungen desselben zu der damaligen Berliner jüdischen Gesellschaft und geht (Bd. I, 208 fg.) auf die (natürlich französisch geschriebene) Schrift des Genannten „Ueber Moses Mendelssohn und die politische Reform der Zuden" ein. Die Schrift begründete die schon früher von Mirabeau aufgestellte Forderung voller bürgerlichen Freiheit für die Zuden und versuchte, die Letzteren in ihren gerade bei dem Regierungsantritte Friedrich Wilhelms II. eifrig angestrengten Bemühungen zu unterstützen. — Die Briefe David Friedlaend ers (Zeitschr. I, 256 ff.) nochmals mit dem Original collationirt, und die Abhandlung „Goethe und die Zuden" (Zeitschr. I, 321—365) mannigfach verbessert, mit Hineinarbeitung der Nachträge und Hinzufügung der Bemerkungen „Unser Standpunkt" (Zeitschr. H, S. 297 ff.) find neugedruckt in L. Geigers Buch: „Vorträge und Versuche". Beiträge zur Literaturgeschichte. Dresden. L.EHlermann, 2890. S. 131—153, 188—190, 215—280. Ueber die Zuden Berlins findet man in dem dickleibigen Buche: Friedrich Schlegels Briefe an seinen Bruder Wilhelm, herausgeg. von Oskar F. Walzel (Berlin, Speyer und Peters) nicht viel Neues: über Dorothea Veit-Schlegel viele Erwähnungen, S. 307 sehr seltsame Notizen über Marcus und Henriette Herz, gelegentliche Aeußerungen, halb spöttisch, halb bewundernd über Rahel Levin. Mancherlei über den jüdischen Buchhändler Michaelis in Strelitz, der den 1. Jahrgang von Schillers Musenalmanach verlegte und kurze Zeit auch Fr. Schlegels Buchhändler war; einmal heißt es über ihn (S. 272) : „Viel Bildung und Geist. Männlichkeit scheint er wol nicht übrig zu haben". Ein Urtheil über Maimon