Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 6)
- Language
- German
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Nachrichten. 105 selben Sinne und Geiste arbeiten wie wir. Wenn dies an einem Institut geschieht, an welchem W. Bacher und D. Kaufmann lehren, was ist da von Anderen zu erwarten? D- Kaufmann veröffentlicht in der kevue ües ewäes Mvss tome XVIII, Nro. 36, 8. 293 die Paduaner Doctordiplome (1683) von Tobias Moschides aus Metz, Gabriel Selig b. Mose (beide 17. Zum 1678 in Frankfurt a. O. immatrikulirt) und Isaak Wallich aus Frankfurt a. M. (Vgl. die Notiz Kaufmanns oben S. 98.) Grünwalds „Jüdisches Centralblatt" (Bv.VIII Heft2) enthält vom Herausgeber „Aelteste Statuten der Prager israelitischen Veerdigungsbrüderschaft" (1693) und „Zur Geschichte der jüdischen Cultusgemeinde Kolin an der Elbe" (ausführlicher Auszug aus Z. Wvra's czechisch geschriebenem Werke), ferner eine Mittheilung von K. Köpl: „Zur Geschichte der Meisel-Shnagoge in Prag" (1591). D. Kaufmann veröffentlicht Nxtraits l'aveisn livre äe 1a eommuvaute äs Net2 (Revue äe3 et. Mves t. XIX ^ro. 37, 8. 115—130). 1. Grundzüge der Gemeindeverfassung 1699—1702. 2. Abraham Broda, Rabbiner inMetz(Contractschließung 17. Cheschwan 1708, jährl. Gehalt 7501ivres; sehr merkwürdige ziffernmäßige Bestimmungen über Nebeneinnahmen; Bestrafung eines Gegners; siedelt nach Frankfurt über 1713). 3. Fragment aus einem älteren Metzer Gemeindebuch 1645. PH. Bloch untersucht die Sage von Saul Wahl, dem Eintagskönig von Polen (Zeitschr. d. hist. Ges. für die Provinz Posen. IV. Zahrg. S. 233 bis 258) und kommt zu dem Resultat, daß die älteste schriftliche Firirung 1733, aufgezeichnet von Pinchas von Leipnik, einem direkten Sprossen des Gekrönten in der 5. Generation, das eintägige Königthum des Genannten (geb. 1541 gest. 1617) im Z. 1587 durchaus erfindet. S.W. nahm allerdings unter den Juden Litthauens eine herrschende Stellung ein; aber von seinen Zeitgenossen weiß Keiner etwas über sein Zwischenkönigthum zu melden. Wahrscheinlich war er politischer Agent des Fürsten Radziwill; vielleicht haben sich vornehme Freunde des Genannten in der Weinlaune den Scherz gemacht, dem Juden die Krone aufs Haupt zu setzen; möglicherweise ist die Sage aus dem Namen „Wahl" entstanden, den die Späteren aus dem Deutschen zu erklären suchten während er polnisch — ^vol — Stier, hebr. selior ist. U. d. T. „Iueäita N6llÄel8L0lill1auA" veröffentlicht GotthilfWeisstein in einem nur in 20 numerirten Exemplaren gedruckten, Herrn Sanitätsrath vr. Neumann zum 70. Geburtstag gewidmeten, Einzeldruck ein Briefchen