Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe von Lazarus Bendavid an J. J. Bellermann
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 10)
- Language
- German
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84 Geiger: Briefe von Lazarus Bendavid an I. I. Bellermann. Lebensgeschichte und die damaligen Verhältnisse der Juden nicht uninteressant, mag hier wörtlich folgen: „Ew. Hochwürden wohlwollende Anfrage von ehegestern verdient meinen wärmsten Dank, wiewohl die mir dargebotene Stelle in M. Friedland schwerlich meinen Wünschen genügen könnte. Ein so geringes utile, eine solche Stadt, leer an irgend Hilfsquellen der eigenen Vervollkommnung und litterarischer Arbeiten, find wohl nicht hinlänglich, um mich zur Aufopferung der Vortheile, die diese Hauptstadt für den Geist und die Tasche gewährt, zu bestimmen. Sollte dereinst die Gemeinde einer bedeutenderen, gebildeten, für Wissenschaften belebten Stadt einen ähnlichen Vorschlag eröffnen, so würde ich vielleicht eher dazu geneigt sein. Uebrigens bezweifle ich, daß die M. Friedländer irgend einen Juden von Streben nach Wissenschast und von Energie, um zu wirken, ja von bereits anerkanntem Verdienst (wie sie doch verlangen) zu dieser Stelle erhalten werden. Der guten, gebildeten, sittlichen und ausdauernden Schulmänner giebt es unter uns noch so wenige, daß die bessern Städte, die größern Gemeinden bisher nicht damit versorgt sind, folglich jeder der sich fühlt, lieber die großen Städte sucht, wo der Umgang unter Zuden immer leidlicher ist, als am Orte der Unwissenheit. Zch wüßte wahrlich keinen Candidaten vorzuschlagen, wo nicht etwa der Herr Wolff an der jüdischen Schule zu Dessau sich dazu finden dürfte." Begleitworte zur Übersendung der folgenden Bände seines Geschichtswerkes und literarische Anfragen in Betreff desselben Werkes machen hauptsächlich den Inhalt der folgenden Briefe Jost's aus. Gelegentlich empfiehlt er einen Schulamtscandidaten oder dankt für die ihm zu Theil gewordenen Abhandlungen Bellermanns. Der letzte dieser Briefe ist vom 6. Okt. 1829. Von den Zeitgenossen Jost's ist Ed. Kley mit zwei Briefen vertreten, deren einer aus seiner Berliner Studienzeit (17. Sept. 1816) Bücher erbittet, der andere aus Hamburg (24. Juli 1821) einen jungen Polen empfiehlt. Ein paar Briefe von Zunz bilden fast den Schluß der Correspondenz. In dem ersten (6. März 1822) übersendet Z. das erste Heft der Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums im Austrage des Vereins. „Wir erachten dies als eine Pflicht gegen einen Mann, der sich nicht nur in denselben wissenschaftlichen Bestrebungen, denen unser Unternehmen gewidmet ist, längst einen ruhmvollen Namen erworben hat, sondern auch dessen rege Theilnahme an Allem, was zum Heil der Menschheit in reiner Absicht veranstaltet wird, allgemein anerkannt ist". In den folgenden Briefen erbittet Z. Bücher, meldet seinen Neffen (?) I. Bermann ab und ersucht (20. April 1827) um Empfehlung eines tüchtigen Lehrers der deutschen Sprache. (Bellermann hat auf den Brief bemerkt: Hr. Bauer.) Endlich