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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Briefe von Lazarus Bendavid an J. J. Bellermann
Date
1890-01-01
Page
Seite 85 (sequence 11)
Language
German
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Geiger: Briefe von Lazarus Bendavid an I. I. Bellermann. 85 (12. Dez. 1834) ladet er ihn zu seinen Vorlesungen über das historische Verständnis der Psalmen ein. „Die Gegenwart eines solchen Veteranen der Wissenschaft würde der Versammlung keine geringe Ehre, mir aber eine besondere Aufmunterung sehn". Diesen Auszügen und Erläuterungen fühle ich mich gedrungen, ein kurzes Nachwort beizugeben. Daß die vorstehenden Briefe — eben die Briefe Bendavid's selbst, denn die sich daran anschließenden Auszüge aus Bellermann's Correspondenz bitte ich eben nur als einen Nachtrag oder Anhang zu bezeichnen — keine epochemachenden Schriftstücke sind, weiß ich sehr wohl. Ihre Veröffentlichung möchte ich aber keineswegs als eine Wirkung der fureur äe l'Lneält bezeichnet sehen oder selbst bezeichnen, wie ein geistreicher Franzose einmal die Sucht genannt hat, handschriftlich erhaltene Briefe herauszugeben. Vielmehr scheinen mir die Briefe aus zwei Gründen interessant und der Veröffentlichung Werth: 1. weil sie das herzliche Einvernehmen eines wissenschaftlich und gesellschaftlich sehr hochstehenden christlichen Gelehrten, ja Theologen mit einem Juden bekunden, der, wenn er auch ein Liessinniger Philosoph und ein nach manchen Richtungen hin Lhätiger Schriftsteller und Gelehrter war, doch nur einer Armenschule vorstand und eine durchaus geringfügige sociale Stellung einnahm, und 2. weil sie ein sehr bemerkenswerthes Zeugniß dafür sind, in wie feiner Weise ein in hebräischen Studien versirter jüdischer Gelehrter sich bei einem christlichen Theologen Raths erholt oder ihm seine eigenen Bemerkungen zur Prüfung vorträgt. Einer Rechtfertigung dagegen, daß ich derartige Schriftstücke veröffentliche, die nicht direct mit der politischen Geschichte der Juden zu thun habe, glaube ich in keiner Weise zu bedürfen. Vielmehr würde diese Zeitschrift nur in sehr unvollkommener Art ihre Aufgabe erfüllen, wenn sie nicht immer und immer wieder auf den Satz zurückkäme, daß es eine der wichtigsten Aufgaben für den Geschichtschreiber der Juden ist, die Betheiligung der Juden am deutschen Geistesleben, den gesellschaftlichen Zusammenhang zwischen geistig hochstehenden Juden und Christen aufzuzeigen. Das Letztere aber wird gerade am anschaulichsten und lebendigsten durch solche Briefe erwiesen. Und darum möchte ich gerade bei Bekanntmachung unserer Schriftstücke einen Appell an diejenigen Glaubensverwandten richten, die sich für unsere Studien interessiren. Wo sind die schriftlichen Nachlässe unserer bedeutenden Männer und Frauen Hingerathen? Nur ein einziger, den Moses Mendelssohns ausgenommen, der eine Familie hinterließ, die gleich wußte und stets aufs Neue bewies, was sie ihrem großen Ahn schuldig war, hat sich, soweit meine Kenntniß reicht, vollständig erhalten: derjenige

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