Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe von Lazarus Bendavid an J. J. Bellermann
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2259275-2259324-2259326-2264356--1455-2264474- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Geiger: Briese von Lazarus Bendavid an I. I. Bellermann. 83 Annäherungsversuche gelehrter jüdischer Convertiten. Interessant ist wie der Minister Altenstein ihn einmal um ein Gutachten bittet über den Versuch eines solchen Convertiten, eine Schrift über jüdische Geheimlehre Amulete u. s. w. herauszugeben. Dieser Convertit, ein sonst unbedeutender Gelehrter, I. S. Borchardt, mag hier erwähnt werden, weil er der Regierung Veranlassung giebt, Bellermann zu einer gutachtlichen Aeußerung aufzufordern. Er hatte Bellermann seine Schrift „Auslegung eines Kabbalistischen Amuletts" gewidmet. In Folge dessen bittet der Minister Altenstein (5. März 1831) Bellermann, über die ihm dedicirte Schrift seine Meinung zu sagen, „sowie über den Plan des Verfassers, eine Erklärung der Allegorien des Talmud herauszugeben". Ein Concept der Antwort liegt dem Schreiben des Ministers bei. (13. März. 1831.) Bettermann „hält die Vorchardtische Auslegung des Amuletts in grammatischer Hinsicht für vollkommen richtig, wobei der Verfasser Scharfsinn und gute Sprachkenntnisse bewiesen hat. Seine Bemerkungen über die Wirksamkeit der Amulette sind nach jüdischen Ansichten gemodelt und nicht kar. Der besondere Plan, den der Verfasser hat, eine Erklärung der talmudischen Allegorien herauszugeben, ist mir nicht bekannt. Von seiner Kenntniß des Hebräischen und Talmudischen und von seinem Scharfsinn ist wohl etwas zu erwarten, besonders wenn er Unklarheit und Überschätzung seines Wissens vermeidet. Da der Gegenstand noch nicht ausführlich bearbeitet ist, so kann die Wissenschaft dadurch gewinnen, und die Liebhaber dieses Studiums werden ein solches Werk wohl gerne aufnehmen". Interessanter sind die Briefe von I. M. Jost, die mit dem 25. April 1820 beginnen. Der erste Brief enthält literarische Notizen zu Bellermann's Schrift über „Urim und Thummim" und einige Begleitworte zu dem ersten Bande von Jost's „Geschichte der Israeliten". Ueber dieses Werk muß der Adressat kritische Bemerkungen gemacht haben, denn Jost beklagt (5. Juni 1820) das von jenem gerügte Fehlen eines Personal- und Sachverzeichnisses und geht auf einige andere von jenem bemängelte Einzelheiten ein. Er jammert über den Mangel an Quellen, der besonders für seinen dritten Teil fühlbar werde, in welchem die Schulen von Babhlon und Tiberias behandelt werden sollen und betont die Jrrthümer christlicher Gelehrten „die meisten Literatoren, die das Rabbinische behandelten, sind weder in den Sinn der rabbinischen Sprache, noch in den Geist ihrer Schriften und Arbeiten eingedrungen. Dieser Theil der Literatur- und Culturgeschichte sieht noch einer gänzlichen Reform entgegen, wozu mehr als die Kraft eines Einzelnen genügt (sie!). Ich werde daher nur das Meinige thun, aber noch vieles übrig lassen müssen". Der Anfang des Briefes, für Jost's