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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Briefe von Lazarus Bendavid an J. J. Bellermann
Date
1890-01-01
Page
Seite 82 (sequence 8)
Language
German
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82 Geiger: Briefe von Lazarus Bendavid an I. I. Bellermann. semer Ausgabe der Bibel mit Commentar an, in welcher er Bellermann, Hanstein und Dav. Friedlaender als gefällige Beförderer genannt habe. Das Werk selbst erschien in veränderter Gestalt erst 1830. Derselbe sendet (6. Zan. 1815) das für die Konfirmationen angefertigte Religionsbekenntnis deutsch und hebräisch. Derselbe, der seine Zeitschrist „Iedidjah" gelegentlich übersendet, ladet (5. Sept. 1821) zu einer von ihm vorzunehmenden Einsegnung zweier Geschwister ein und steht später als Leiter der Armen-Töchterschule mit B. auch in einer Art amtlichen Verbindung und übersandte seinem Gönner mit großer Regelmäßigkeit die von ihm herausgegebenen Religionsbücher. Aus späteren Briefen Heinemann's ist Einzelnes der Beachtung Werth. Am 13. Jan. 1832 schreibt er auf's Neue über sein Bibelwerk Folgendes: „Hochdieselben haben mir ein Zeugniß zu meinem Werke geschickt. Dankend für Zhre Geneigtheit mögen Sie mir zu erinnern erlauben, daß die Behörde kein sehr günstiges Vorurtheil fassen dürfte, wenn sie unzarte oder gar unzüchtige Stellen darin voraussetzen soll. Die Bibel spricht gerade heraus und wir dürfen, ohne ihr zu nahe zu treten, ihr diesen Vorwurf nicht machen. Raschi hat freilich diese Freiheit weiter getrieben. Darum aber habe ich alle diese Stellen klein gedruckt und eingeklammert und besonders in meiner Vorrede den Lehrer aufmerksam gemacht, daß er dergleichen Stellen der zarten Zugend nicht vortragen solle. Wegbleiben dürfen sie nicht. Ich wage es Ew. Hochwürden zu bitten, unter den beifolgenden Zettel nur die Worte zu setzen, daß in vorgedachtem Werke weder gegen Religion und Moral noch gegen den Staat etwas vorkommen könne". Am 8. Nov. 1833 bittet H. um eine Empfehlung B's. an das Ministerium der geistlichen Angelegenheiten, dasselbe möge eine Anzahl Exemplare eines Werkes Benlevis (eines Schwagers H's.) ankaufen zur Vertheilung an arme Theologen und als Prämien für Primaner. Bellermann lehnte jedoch, wie er auf dem Briefe bemerkt, das Gesuch ab. — Beim Abschluß der Pentateuchausgabe erbittet H. (17. Sept. 1834) wiederum eine für den Censor, den Konsistorialrat Brescius bestimmte Bescheinigung, daß in dem Werke nichts anderes als eine Ausgabe des Textes mit den dahin gehörenden Erklärunzen enthalten sei. Recht characteristisch ist, daß ein Vertreter des Präsidenten Jacob söhn im Namen dieses Mannes, der den berühmten Gelehrten kennen zu lernen wünscht, Bellermann zur Confirmation seines ältesten Sohnes einlädt, mit der ausgesprochenen Nebenabsicht, dem Eingeladenen einen jüdischen Gottesdienst zu zeigen, welcher die modernen Culturformen angenommen habe. Ein Schreiben des Präsidenten Jakobsohn (29. Dez. 1815) erneuert die Einladung zur Beiwohnung eines Gottesdienstes, „damit er wenigstens belehrt werde, ob diese Anstalt vor- oder rückwärts gegangen." Ziemlich häufig begegnen Bittgesuche jüdischer Lehrer, Bücherangebote,

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