Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe von Lazarus Bendavid an J. J. Bellermann
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 6)
- Language
- German
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80 Geiger: Briefe von Lazarus Bendavid an I. I. Bellermann. wird seine Freude erhöhen, wenn Sie auf das Ex. „für Hrn. Prof. Jdeler" eigenhändig schrieben. Ueber Ihre äußerst scharfsinnige Erklärung des Sanpi erlaube ich mir nächstens eine Anmerkung Ihnen mitzutheilen. Jede Gelegenheit, Ihnen meine Hochachtung auszudrücken, macht mich glücklich. Bendavid. Der in dem letzten Briefe genannte Jdeler ist der berühmte Chronologe Chr. L. I. 1767-1846 (vergl. A. D. B. XIII, S. 743-745). Daß er erst durch Bendavid mit Bellermann in Verbindung gebracht werden mußte, ist merkwürdig genug, da I. bereits seit 1794 in Berlin lebte und durch seine akademische Stellung mit den Gelehrten in nächster Beziehung stand. Am 10. Nov. 1813') übersendet B. die verlangten Nachrichten von dem Zustande der jüd. Freischule, erbittet aber 1 und 5 zurück „da ich durchaus kein Exemplar mehr habe und zur Geschichte der Anstalt doch eins sich bey den Akten befinden sollte". Der Adressat der Bendavid'schen Briefe und der Empfänger der Schriftstücke, von denen im Folgenden kurz die Rede sein soll, Joh. Joach. Bellermann (1754—1842), seit 1804 in Berlin als Director des Grauen Klosters, seit 1810 auch an der Universität thätig, war einer der vielseitigsten Gelehrten, von einer stupenden schriftstellerischen Fruchtbarkeit auf dem Gebiete der Naturwissenschaft, Pädagogik, classischen und orientalischen Philologie. Gerade in die Zeit, in welche die Bendavid'schen Briefe fallen, gehören B's. Untersuchungen über ph'önicische Münzen und sein Versuch über die Metrik der Hebräer. Auch mit anderen jüdischen Gelehrten und hervorragenden Männern der Berliner Gemeinde stand Bellermann in Verbindung. Bon Einzelheiten, die sich zahlreich aus der bändereichen Korrespondenz ergeben, sei Folgendes hervorgehoben, das entweder durch die behandelten Gegenstände oder durch die schreibenden Personen nicht ohne Interesse ist. Ein Lehrer L. Cohen, der in Frankfurt a. M., später in Berlin lebte, widmete Bellermann, der ihn mit Empfehlungen unterstützt hatte, einen Band hebräischer Poesien (1807) und zeigte sich ihm auch später (1810) dienstwillig ergeben. Schulvorsteher S. Frankel unterhält (13. April 1821) Bellermann von seinem Plane, nach Danzig zu gehen und dort eine israelitische Lehranstalt zu begründen und erbittet, nachdem er von dem dortigen ') in dem 9. Bande (Nachtrag) hinzugefügt.