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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 63

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 63 (sequence 35)
Language
German
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Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. 63 7. Moses und Christus oder über den inneren Werth und die wahrscheinlichen Folgen des Sendschreibens u. s. w. und dessen darauf ertheilte Antwort. Berlin. Friedrich Maurer, 1799. Im Gegensatze zu den meisten früher erwähnten Schriften nimmt diese die Partei der Juden. Sie will nach dem Vorgeben des Verfassers drei Dinge behandeln, die Veranlassung, den inneren Werth und die wahrscheinlichen Folgen des Sendschreibens. Als Veranlassung giebt sie den Wunsch der Juden an, den Christen gleichzustehen. Sie enthält einzelne, sehr bissige Bemerkungen gegen die Theologen, z. B. „Sollte der Staat sich zu Gunsten der Judenschaft erklärt haben, dann werden sie frohlocken und jauchzen und vielleicht (wie nach der Eroberung von Mainz, die sie im Stillen nicht gern sahen) laut ihre Dankpredigten erschallen lassen". Auch gegen die Judenfeinde (gelegentlich, S. 9, wird auf einen Tractat hingewiesen „über die theologisch-politische Behandlung jüdischer Täuflinge") tritt die Schrift auf. Gegen die Behauptung derselben, die Juden müßten sich erst würdig des Bürgerrechts erweisen, antwortet sie: Man habe ja auch die Leibeigenen frei gemacht. „Sie hätten ja, wie man jetzt von den Juden es fordert, erst reif zur Freiheit sein müssen". Der innere Werth des Sendschreibens wird sehr hoch gestellt. Es wird einmal genannt „voll feiner Gedanken und Wendungen, in denen Mendelssohns Geist schön und lieblich athmet." Nur die philosophischen Kenntnisse, die metaphysischen Erörterungen werden als mangelhaft dargestellt, einzelne Begriffsverwechselungen aufgezeigt. Die versprochene Erörterung über die wahrscheinlichen Folgen fehlt. Statt dessen wird zum Schluß der Versuch einer Antwort eines christlichen Gottesgelehrten auf das Sendschreiben gegeben, das im Wesentlichen die Meinung verficht, man könne Christ sein, ohne die vielen Einrichtungen des Christenthums zu berücksichtigen. Dies seien Aeußerlichkeiten, die nicht in Betracht kommen. 8. Gespräch über das Sendschreiben. Genauer Titel oben S. 58, Anmerkung 1. Die Schrift erschien: Berlin, bei A. H. Rottmann 1799. 43 S. Die Schrift rührt zweifellos von einem Juden her. In dem Gespräche führt nicht der Theologe, sondern der Jude das große Wort. Nur einmal giebt der Theolege eine lange begeisterte Zustimmungserklärung zum Sendschreiben. Der Jude Baruch, der von dem Theologen wegen seines Charakters und wegen seines Geistes ungemein gerühmt wird, constatirt eine doppelt heilsame Wirkung des Sendschreibens: Erstens, die Orthodoxen würden durch dasselbe über die Art und Weise belehrt, wie ihre freisinnigen

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