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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 61 (sequence 33)
Language
German
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Geiger: Kleine Beitrage zur Geschichte der Juden in Berlin. 61 ihrer Nicht-Aufnahme an und verlangt von dem Uebertretenden oder Aufzunehmenden nicht bloß den Entschluß, die neue Religion annehmen zu wollen, sondern die Würdigkeit in Charakter und Handlungen. Zum Schluß giebt er eine kurze Kritik des Sendschreibens und der Teller'schen Antwort, wobei er seinen der Aufklärung feindlichen Standpunkt deutlich verkündet. 4. Der Staat und die Juden, eine wichtige Angelegenheit, von Kosegarten, Verfasser der Kritik der Humanität, Memnons Bildsäule in Briefen u. s. w. Hamburg und Berlin 1799. 32 S. Kosegarten's Ausführungen knüpfen nicht direkt an das Sendschreiben an. Sie wollen darthun, daß der Staat sich um das eigentlich Kirchliche nicht zu kümmern habe. Trotzdem scheint er — seine Aeußerungen sind unklar und schwer verständlich — die Vereinbarkeit des Staatsbürgerthums mit dem Judenthum anzuzweifeln. Auch den Sendschreibern gegenüber ist er getheilter Ansicht. Er sagt zwar: „Verehrungswürdig wird dem Menschenfreund der Ernst dieser Männer bleiben und wünschenswerth die Ausführung sein, welche auf dem Ernste beruht". Aber andererseits spricht er mit dürren Worten aus: „Was aber manche Juden vom getheilten Uebergang verlauten lassen und Christen zu werden mit dem Vorbehalte mancher positiven Lehren, so ist das etwas Unausführbares, worüber man sich nach meinem Dafürhalten deutlicher und unbefangener erklären muß als bis jetzt auch von wichtiger Stimme geschehen ist. Was man ist, muß man ganz sein oder es gar nicht sein. Wer Christ heißen will, muß den Geist Christi glauben und üben", d. h. also, er weist den Sendschreibern und ihrem Verlangen die Thür. 5. Sollen sich die Christen beschneiden oder die Juden Laufen lassen? Ein Versuch über den uralten Sinn und die allmählige Umbildung der jüdischen Volksreligion mit Berücksichtigung des Sendschreibens jüdischer Hausväter an den Herrn Probst Teller in Berlin. Zur Verständigung und Annäherung beider Religionsverwandten. Berlin 1800, bei Karl August Nicolai Sohn. 54 S. Der Schreiber der Vorrede, der schwerlich mit dem Verfasser eine und dieselbe Person ist, tritt mit starkem Spott gegen die Sendschreiber auf, sie, „die sich einer so sublimen Vernunftreligion oder religiösen Vernunft zu erfreuen haben", und giebt als seine und als Ansicht des Verfassers an, daß die „Lehren der Taufe", der Dreieinigkeit, von den Grundlehren des Christenthums nicht zu trennen seien. Der Verfasser der Schrift, der durchaus nicht die höhnische Ausdrucksweise des Vorredners braucht, will eine historische Darlegung geben, hat aber von den wirklichen Zuständen der Juden, wie sie sich geschichtlich entwickelt, keine Ahnung. Sonst könnte

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