Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 30)
- Language
- German
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58 Geiger: Kleine Beitrage zur Geschichte der Juden in Berlin. analysirt. Indessen gibt es über jenes eigenthümliche Schriftstück eine ganze Literatur, die hier kurz aufgezählt und geschildert werden soll, selbst auf die Gefahr hin, den Zorn des Herrn Rippner zu erregen, der, weil er einmal ein paar Seiten über Mendelssohn geschrieben, sich einbildet, ein Geschichtschreiber zu sein und der, weil er wacker schimpfen gelernt, gar vermeint, als Kritiker zu gelten. Eine kurze Zusammenstellung aber weder vollständig noch genau, einzelner Schriften bei Graetz, Geschichte Leipzig 1870 XI, S. 174 A. 1; weit vollständiger und besser ist die Nennung und Behandlung vieler Schriften bei Ritter, Dav. Friedlaender Berlin 1861, S. 100 fg.t); die im Folgenden behandelten Schriften habe ich theils in einem Sammelbande (Mai 1889) erworben, theils aus einem Sammelbande der Berliner Königlichen Bibliothek benutzt. Von der Besprechung schließe ich die Schriften Schleiermacher's und de Luc's aus, weil beide durch Ritter eine genügende Besprechung gefunden haben. Die erstere führt den Titel: „Briefe bei Gelegenheit der politisch-theologischen Aufgabe und des Sendschreibens jüdischer Hausväter, von einem Prediger außerhalb Berlins, Berlin 1799 bei Friedrich Franke". Der Titel des Originals der letzteren — eine deutsche Übersetzung erschien gleichfalls — lautet: „lettre anx auteurs MfZ ä'nn memoire Aäresse k Nr. Keller, eoQZeüleur än eonsistoire 8uxerieur et prevot ü. Berlin xar «I. ^. äe I^ue". Schleiermacher's Schrift wurde in seine Werke aufgenommen. Eine Notiz darüber vgl. meine Geschichte der Juden II, S. 154; de Luc erklärt sich von vornherein als ein Feind des Die bibliographische Zusammenstellung bei Graetz ist für die Erkenntniß seiner Flüchtigkeit und Ungenauigkeit recht lehrreich. Seine Zusammenstellung ist fast ganz aus Ritter herübergenommen, trotzdem wird, nach beliebter Art, Ritter nicht genannt. Wie aber geschieht diese Herübernahme? Bei Ritter heißt der Titel einer Schrift: „Treue Relation des ersten Eindrucks, den das neuerlich erschienene an den Probst Teller gerichtete Sendschreiben einiger Juden aus das Publikum machte"; Graetz schreibt „Zwei Relationen" „neulich", läßt aus „den Probst" und „einiger Juden". — Bei Graetz heißt Nr. 8 „Gespräch über das Sendschreiben zwischen einem Christen und einem alten Juden Isajas Bonarges, ein Beitrag zur Ueberzeugung einiger Hausväter 1800". Eine solche Schrift existirt nicht. Graetz hat den Titel, iu Folge einer überaus großen Flüchtigkeit aus den Titeln zweier bei Ritter genannten Schriften zurecht gemacht, die so lauten: „Gespräch über das Sendschreiben u. s. w. zwischen einem christlichen Theologen und einem alten Juden" und „Johannes Boanerges, eine Begleitungs- und Ermunterungsschrift für seine Zeitgenossen. Ein Beitrag zu den Ueberzeugungen einiger Hausväter jüdischer Religion in Berlin, von Albrecht Heinrich Matthias Kochen vr. MI. Jena 1800". (Ueber die „Treue Relation" vgl. unten S. 62, über das Gespräch S. 63; Kochens Schrift habe ich mir nicht verschaffen können).