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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 46

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 46 (sequence 18)
Language
German
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46 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. 7. Freymüthiges Kaffegespräch zwoer jüdischer Zuschauerinnen über den Juden Pinkus, oder über den Geschmack eines gewissen Parterrs, herausgegeben von Q^x^"?^- Weinmonat 1771. 31. S.S. kl. 8°. Mein Wunsch, dieses Schriftchen zu erlangen, ging, noch ehe er öffentlich ausgesprochen wurde, in Erfüllung. Der betreffende Bogen, in welchem ich den Wunsch äußerte, (s. Bd. III. S. 204, Anm. 3; es ist nicht meine Schuld, daß ich den Titel, wie an der betreffenden Stelle geschehen ist, ungenau anführte, sondern die Schuld der Quellen, auf die ich mich stützen konnte), war kaum gedruckt, als ich die Herz'sche Satire in einem Berliner Auktionskatalog angezeigt fand. Der Käufer der seltenen Schrift, Herr königlich-kaiserlicher Hofschauspieler Thimig in Wien, war so liebenswürdig, mir sein Exemplar zu leihen und zur Benutzung zu gestatten. Die Schrift ist keineswegs ausschließlich ein Beitrag zur Geschichte der Juden, sondern sie ist ein Beitrag zur Geschichte des damaligen Theaters und des Geschmackes des Publikums. Herz ist schon damals wie er es zeitlebens blieb, ein unbedingter Anhänger Lessings. Er benutzt jede Gelegenheit, Miß Sarah Sampson und Minna von Barnhelm, zu loben. Er verficht den Satz, daß es Unrecht wäre, das Theater so zu Nationalismen, z. B. die Manier der Franzosen, römische und griechische Stücke in dem Kostüm und in der Auffassung und Sprachweise moderner Franzosen zu geben. Er wünscht, daß die Schauspieler und die Dichter mehr auf die allgemein menschlichen Empfindungen Rücksicht nähmen, wie ja auch das Publikum in seiner Mitfreude und in seinem Mitleid nicht frage, ob die Personen, die es im Schauspiel sieht, seiner Nation oder einer fremden angehören. Einen wesentlichen Theil des Gesprächs — eines wirklichen Kaffeegesprächs zweier Damen, der Madame A. und der Madame B., welches der Verfasser des Schriftchens in einem Verstecke erlauscht haben will, — bildet aber die Unterhaltung über die Darstellung eines Juden in dem Stücke von G. Stephanie, „Die abgedankten Offiziere". Dieser Passus, S. 19—23 des Originals mag hier wegen der großen Seltenheit des Schriftchens wörtlich mitgetheilt werden. Ueber den kurzen Tadel des Stephanie'schen Stückes, welchen Madame B. ausspricht, wundert sich Madame A., indem sie meint „man sagt sogar, daß es unserer Nation Ehre machen soll". Und nun folgt eine lebhaste Deklamation: „Madame V. Ehre! o welche Demmhigung für unsere Nation! wenn man uns darauf was zu gute Lhun heißt, daß man einen unserer Glaubens-

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