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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 45

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 45 (sequence 17)
Language
German
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Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. 45 muth und Liebe" und findet seine Erinnerungen „ebenso bescheiden als in Hinficht seiner rechtgläubig geschrieben." Er will durchaus nicht gegen Mendelssohn schreiben, sondern will nur die von Mendelssohn verdächtigte, wenn nicht geradezu verneinte Frage „ob Wunderwerke von der göttlichen Sendung eines Propheten eine moralische Gewißheit geben", beantworten d. h. bejahen. Sehr bemerkenswerth ist in der Schrift die respektvolle Art, mit welcher der Verfasser von den ehrwürdigen Vätern des alten Bundes, ja auch die Achtung, mit welcher er von Rousseau spricht. Wie Lavater behauptete, hatten die Streitigkeiten eine indirekte Folge. Zwei Juden nämlich, der eine aus Fürth, der andere aus Breslau (ich weiß nicht, warum Lavater sie, die sich allerdings auch eine Zeit lang in Berlin aufhielten, zwei Berlinische Israeliten nennt) gingen nach Zürich wurden von Pfenninger in der christlichen Religion unterrichtet und von dem Diakonus Tobler getauft. Der eine erhielt die Bornamen Johann Kaspar, der andere die Vornamen Johann Heinrich. Die Predigt, welche Lavater bei Gelegenheit dieser Taufe hielt, ist gedruckt. ^) Sie legt zum Grund den Text Apostelgeschichte Cap. 2, V. 22—39. Sie ist oratorisch recht bedeutsam, obwohl sie beim Lesen nicht den Eindruck wiedergeben kann, welchen das gesprochene Wort hervorrufen mußte. Sie ist ein Commentar zu jenem Text der Apostelgeschichte mit mancherlei Hinweisen auf Stellen des alten Testaments. Auf die Bedeutsamkeit der Taufe, auf die Schwierigkeiten des Lebens, die den Täuflingen bevorstehen, wird beredt hingewiesen. Lavater hofft Großes von ihnen und redet sie folgendermaßen an: „Ihr werdet die lieblosen oder vielleicht auch die abgeu'öthigten Vorurteile und Besorgnisse, die so mancher unter uns in Ansehung solcher Täuflinge aus dem Judentum zu haben Pflegen, durch schweigende Tugend, durch das unsträflichste Beispiel, durch einen vorzüglichen Eifer in der Nachahmung Christi beschämen. Ihr werdet dem Sünder eine warnende Lehre, dem Heuchler ein blendendes Licht, dem wahren Christen eine beständige Freude und meine Ehre und Wonne sein am Tage des Messias". Dann ermahnt der Prediger seine Zuhörer, den Täuflingen liebevoll entgegenzukommen. Diese Predigt war es dann wohl, welche die sehr witzige Antwort Lichtenbergs hervorrief, die allgemein bekannt ist und auch von Kayserling erwähnt wird. Johann Kasp. Lavaters Rede bei der Taufe zweyer Berlinischen Israeliten so durch Veranlassung der Lavater und Mendelsonischen Streitschriften znm wahren Christentum übergetreten. Sammt einem kurzen Vorberichte. Franks, und Leipzig 1771. 64 S.S. in 16".

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