Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 16)
- Language
- German
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44 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. sich in diesem Neudruck keine irgendwie beachtenswerthe Neuerung (Oorr. litt. VIII, 325). Schon wegen dieser Beziehungen zu den größten französischen Schriftstellern der Aufklärungszeit — bei der ersteren Ausgabe der letztgenannten Schrift wurde, wie Grimm a. a. O. mittheilt, von Einigen Diderot als Verfasser genannt — verdient Maubert eine gewisse Beachtung. Wenn er auch in der Geschichte der Juden nicht eigentlich einen Platz einnehmen darf, so mag er doch hier genannt werden, weil er auch in unserer Schrift seinem Anlehnungsbedürfniß folgend, seiner Ausarbeitung den Namen eines Mannes vorangestellt hat, der in der Geschichte der Juden Berlins eine sehr hervorragende Rolle spielte. 6. Zum Mendelssohn-Lavater'schen Streite. Wie Goethe oder wenigstens die ihm gleichgesinnten „Frankfurter gelehrten Anzeigen" die unmotivirten und würdelosen Angriffe Kölbeles gegen Mendelssohn beurtheilten und zurückwiesen, wurde oben (Bd. I S. 344) gezeigt. Im Anschlüsse an jene Notiz mag heute auf ein paar andere kleine Schriften hingewiesen werden, welche in Kayserlings ausführlicher Darstellung des Mendelssohn-Lavater'schen Streits (M. M. 2. Aufl. S. 183—215) nicht erwähnt sind.') Die ersteh steht durchaus auf Seite Mendelssohns und der Juden. Was der Verfasser der Schrift an M. auszusetzen hat, sind nur Einzelheiten. Mendelssohn hatte gesagt, er würde einen Confucius z. B. verehren, ohne auf den lächerlichen Gedanken zu kommen, ihn zum Judentum zu bekehren, und hinzugefügt: „Ueber die Lehren wollten wir uns bald einverstehen"; letzteres hält der Briefschreiber nun für unmöglich und setzt etwas weitschweifig die chinesischen Lehren auseinander. Die zweite Betrachtung des Briefschreibers ist etwas unklar. Sie läuft indessen etwa darauf hinaus, Mendelssohns Bekenntnis, er glaube an die Wahrheit seiner Religion, für aufrichtig, und die Thatsache, daß ein Jude bei seinem Glauben verharren und dabei selig werden könnte, für möglich zu halten. Auch der Prediger Möller^) segnet Mendelssohn „wegen seiner Sanft- ') Ich verdanke die Benutzung desselben gleichfalls der schon erwähnten Bibliothek der Göritz-Lübeck'schen Stiftung in Berlin. 2) Betrachtungen eines auswärtigen Katholiken über den Brief des Herrn Moses Mendelssohn an den Herrn Diakonus Lavater zu Zürich. Aus dem Französischen übersetzt. Berlin bei Joh. George Bosse 1770. 16 S.S. in 16". 3) V. C. Möllers Predigers in Belitz Schreiben an den Herrn Lic. Wittenberg in Hamburg über den Moses-Mendelssohn'schen Gedanken von Wunderwerken. Rostock in der Kroppenschen Buchhandlung 1771, 16 S.S. in 16".