Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 14)
- Language
- German
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43 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. Von dem oben genannten Maubert handelt folgende Schrift (wie die vorige in der Bibliothek der Göritz-Lübeck'schen Stiftung, auch in der Verl. kgl. Bibl.): „Der Spion, oder Geschichte des After-Barons von Maubert, Verfassers des gerechtfertigten Ephraims und verschiedener anderer Schmähschriften, die während diesem Kriege herausgekommen, um welcher willen er aus Holland verwiesen worden. Aus dem Französischen übersetzt". Amsterdam 1759, 52 S.S. in 8«. Danach hat sich I. 8. Maubert, geb. in Rouen, Sohn eines Würzkrämers, den Adelstitel angemaaßt, wurde Mönch, entfloh, wurde Soldat und entfloh gleichfalls, lebte in Madrid als französischer Sprachlehrer, verband sich mit einem Franzosen Durcreh und wandte sich, nachdem er diesen bestohlen hatte, nach Deutschland, wurde Protestant, zog nach Warschau und brachte es durch Verbindungen, die er gewann, zu Wege, daß er Gouverneur des Sohnes des Grafen Brühl wurde, benutzte die Gunst des Ministers um gegen Preußen und die Verbindung mit unzufriedenen Großen, um durch gefälschte Briefe gegen den Minister zu conspiriren. Sein Vorhaben wurde entdeckt, Maubert gefangen, nach 4jähriger Gefangenschaft aber durch Vermittlung des Päpstlichen Nuntius befreit, dem er sich als ehemaliger Mönch entdeckt hatte. Durch seine Obern sollte er nun nach dem Kloster, in dem er früher gewesen war, geschickt werden, entwischte aber nach der Schweiz, ließ sich, nach mannigfachen Abenteuern, in Lausanne nieder und begann zu schriftstellern: lestamevt xolitiHne äu Oaräinal ^Iberon!, ULswire xolitiyue cin sieele, I^e?itt et 1s Ooutrexitt, machte sich aber durch verwegenes Schuldenmachen, Feigheit, Unsittlichkeit berüchtigt — der Autor mißt ihm auch die Schuld an der Vergiftung einer von ihm entehrten Frau bei — und ging, da manche Streiche für ihn unliebsame Folgen zu haben drohten, nach Deutschland. Er knüpfte politische Verbindungen an und suchte diese in London zu verwerthen (1755). Dort lebte er als Spion, betrog verschiedene Geistliche, flüchtete nach Holland, wo er hauptsächlich zwei Schmähschriften verfaßte und wegen derselben aus Holland verwiesen wurde. Ueber diese beiden Schriften sagt der Verf.: „derNxkraim HustiLe eine Schmiererei, die uns eher gegen den Verf. mit Verachtung und Abscheu erfüllet, als gegen den großen Prinzen, der darin so gemißhandelt wird, den geringsten nachtheiligen Gedanken erwecket. Auf diese schändliche Schrift folgte ein Brief, der so abgefaßet war, als hätte ihn der sterbende Prinz von Preußen an den König seinen Herren Bruder geschrieben. Die zween Handschriften sind eher Werth, daß sie durch den Schinder verbrannt, als daß sie von ehrbaren Leuten gelesen werden". Der Verf. — Naudert äs (luvest, wie er in den gleich zu benutzenden Berichten genannt wird, — muß jedenfalls