Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 13)
- Language
- German
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Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. 41 in den Werkchen selbst wird von Juden oder über jüdische Verhältnisse und Dinge, soweit ich sehen kann, nicht gesprochen. In der Vorrede suchen die Verfasser sich als Juden zu legitimiren. Der angebliche Rasael erzählt, daß er seine Verwandten in Prag habe besuchen wollen, daß er dieselben auf der Flucht begleitet und die müßigen Stunden eines gezwungenen Landaufenthalts zur Aufzeichnung der Kriegsereignisse benutzt habe — ein Geständniß, das nicht besonders geeignet ist, die Zuverlässigkeit seiner Mittheilungen ins hellste Licht zu setzen. Assur Obadja bekundet schon durch die von ihm gebrauchte Phrase „denn so ich gleich bin ein Jud, kann ich dennoch nicht vertragen die Unwahrheiten und die Lügen" das Gegentheil von dem, was er beweisen will — denn so hat ganz gewiß niemals ein Jude von sich und seinen Stammesgenossen gesprochen; er entschuldigt sein Zurücktreten von Stellung und Thätigkeit eines Berichterstatters mit dem Umstände, daß er „nach Jndia" berufen worden sei „in welchem Lande ich richten soll die zwölf Geschlechter der Juden nach dem alten jüdischen Gesetze". Den geschichtlichen Werth oder Unwerth dieser Brochuren zu erörtern, die ich in einem Exemplar der Bibliothek der Göritz-Lübeckschen Stiftung benutze, bin ich selbst nicht in der Lage; ich muß solche Darlegung den Specialhistorikern des siebenjährigen Krieges überlassen. Hier kam es nur darauf an, an einem neuen Beispiel zu zeigen, daß die jüdisch-deutsche Literatur mit zur deutschen Volksliteratur gehört und soweit sie von Christen angewendet und gepflegt wird, nicht etwa bloß zu polemischen, judenfeindlichen Zwecken benutzt wurde. 5. Schriften über Ephraim. Einiger politischer Brochuren, in welchen mit loser Anlehnung an das Treiben des Münzpächters Ephraim preußisch-sächsische Politik abgehandelt wird, habe ich in der Gesch. der Juden in Berlin, II, S. 141—143 gedacht. Als Verf. aller dieser Schriften wird bei Baumgart S. 150 Maubert genannt (vgl. unten); jedenfalls kann dieser aber nicht Schriften und Gegenschriften verfertigt haben. Als notwendige Ergänzung zu den drei von mir a. a. O. angeführten mag noch die folgende angeführt werden: „Post-Script zu dem Schreiben von Frankfurt am Mayn nach Leipzig über den gerechtfertigten Ephraim" Aschaffenburg 1758, 63 S.S. in 4". Sie ist aber eine rein politische Schrift, die mit Ephraim und seinem Treiben nicht das Geringste zu thun hat, sondern über die Parallele des Credits de5 englischen Nation und der chursächsischen Lande und dann hauptsächlich über d. h. für Friedrichs Verhalten gegen Sachsen handelt.