Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 12)
- Language
- German
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40 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. Portugal, welches Gerichte genannt wird Jnquisitio und vormals gewesen ist von dem Bene Israel, welche bewohnen die Morgengegenden von SuratLe, jetzt aber Vorsteher der Synagogen in Holland. Gedruckt zu Lehden 1757. 32 S.S. in 4" (das 2. und 3. Buch unter ähnlichem Titel, separat erschienen ^) je 31 S.S. 4"). 2. Die Chronica des Krieges im Königreiche Boheim, welchen im Jahr nach der Zeitrechnung und Almanach der Christen 1757 die bey Prag am 6. und folgenden Tagen des Monats Maji gehaltenen Schlacht und Kriegs-Operationen verewigen, in Jüdischen Styl und Mundart zusammengeschrieben von Habacuc Rasael, Sohn von Jemini Rasael, Rabbiner zu Algier. Amsterdam 1757. 24 S.S. in 4". Ich bezweifle, daß diese und ähnliche Elaboratevon Juden herrühren. Der Ton des Ganzen ist weit mehr biblisch, als jüdisch-deutsch; 5) Angeführt, aber nicht genau von Baumgart, Die Lit. über Friedrich d. Gr., Berlin 1886 S. 64. Daselbst wird eine gleichfalls über die Ereignisse des I. 1757 handelnde vervollständigte Chronica von Abdal ben Joschua angeführt. 2) Von solchen ähnlichen Elaboraten ist mir bekannt (angeführt bei BaumgarL a. a. O. S. 132) „Die sächsische Chronica von Markus Ephraim klsä. voetw'e" 1757, 2 Hefte, (der Eöengenannte ist nicht zu verwechseln mit den Münz-Ephraims, von denen gleich die Rede sein soll; er ist vielmehr ein Pseudonym, wie die Namen der Verfasser der beiden ebenbehandelten Schriften). Die Schrift handelt speciell über den Feldzug Friedrichs gegen die Sachsen, giebt vor, im sächsischen Interesse geschrieben zu sein, doch ist der Ton manchmal derart, daß man an Ironie glauben möchte. In der Einleitung erzählt der Verf. seine Lebensgeschichie mit ganz bestimmten Daten und Einzelheiten, z. B. daß seine Mutter ihr Wochenbett in Zizzerode gehalten, daß er in Memmingen seine medicinischen Kenntnisse erworben habe, giebt aber auch seine Lebensgrundsätze an, rühmt sich seiner Keuschheit, Nüchternheit und seines Gleichmuths. — In einer kleinen Sammlung: „Verschiedene neue Kleinigkeiten" Ffr. und Leipz. 1758, in der Tage-Register eines Frauenzimmers und ähnliche Dinge sich finden, steht auch „Schreiben eines Juden nach Amsterdam von der Belagerung der Stadt Prag". Judas Scheu schreibt „Prag" 30. Juli 1757 an seinen Freund Benjamin Levi wirkliches Judendeutsch, für dessen Unverfälschtheit ich freilich nicht garantiren möchte. Zwei frühere 1746 und 1747 erschienene, auf den zweiten schleichen Krieg bezügliche Schriften von Rabbi Hasabja bar Jedithun, verzeichnet Baumgart S. 50, bemerkt aber dabei Christ. Gottl. Richter, — also auch hier nur die Benutzung des jüdischen Namens zu einer seltsamen Einkleidung — sei der Verf. Derselbe Verf. — er war Advokat zu Nürnberg — hat dermaßen Lust an solchen Spielereien, daß er auch unter dem Namen Kemuel Saddi über den zweiten schlesischen Krieg schreibt (deutsch und französisch 1744 und 1757, Baumgart S. 40; vgl. unten Miscellen) und als N. Simon ben Jochai 6 Bücher über den ganzen siebenjährigen Krieg verfaßt 1758—1763, (Baumgart S. 60; das. auch eine andere Schrift über die Kriegsereignisse des I. 1758, als deren Verf. sich nennt Rüben Berachja, Jude zu Stambul und Sohn des alten Berachja, Juden von Aleppo.).