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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden im dreißigjährigen Kriege
Date
1890-01-01
Page
Seite 24 (sequence 7)
Language
German
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94 Kracauer: Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden wegen ihre schuldige Erkenntniß und Dankbarkeit in Werk erzeigten-- und ihm wegen gewisser unentbehrlicher Ausgaben 30 bis 40000 Thaler gäben, wofür er sie bei seinem und des heiligen Reiches Schutze handhaben werde" ^). Dagegen machten die Juden in ihrer Bittschrift an den Rath geltend, sie seien kein absonderlicher Stand des Reiches, auch nicht demselben unmittelbar mit Steuern, Kollekten u. s. w. zugeeignet, sondern nur dem Rathe. Uebrigens hätten sie unter der Geißel des Krieges ebenso zu leiden gehabt wie die Christen und zu allen Reichssteuern, wie auch jetzt zur schwedischen Satisfaktion, das ihrige beigetragen. Sowohl Burgdorf als Stenglin stießen bei der Fürbitte für die Juden auf den entschiedensten Widerstand, „da Jhro Kaiserliche Majestät sich spezialiter resolvirt, das Geld zu haben". In Hofkreisen sprach man sogar davon, mit Gewalt diesmal gegen die Frankfurter Juden vorzugehenBald erhielt auch Speck vom Kaiser die Anweisnng, „da er deren Vorstellungen nicht der Erheblichkeit befinde, von ihnen keine weiteren Entschuldigungen anzunehmen". Deshalb forderte Speck von den Vorstehern eine bündige Erklärung, ob sie wegen der geforderten 30—40000 Thaler mit ihm traktiren wollten; andernfalls sage er ihnen den kaiserlichen Oberschutz auf^). Der Rath war eben im Begriff, beim Kaiser Gegenvorstellungen zu machen, da theilten ihm die Vorsteher mit, daß sie es diesmal vorgezogen hätten, sich mit dem Kommissario in der Stille abzufinden. Die „bekannte Dexterität" desselben hatte sich also auch hier glänzend bewährt. Er wird wohl auch darauf Bedacht genommen haben, daß die Abfindungssumme nicht zu unbedeutend ausfiel. Selbstverständlich hätten die Frankfurter Juden den von allen Seiten an sie gestellten Ansprüchen bei ihrer Verarmung und dem Weggang so vieler nicht genügen können, wenn sie nicht, wie bereits erwähnt, mehrmals Anleihen aufgenommen hätten. Vorstehendes giebt uns einen Begriff von den Leiden der Frankfurter Juden während des dreißigjährigen Krieges. ') Untergew. v 14, Brgm. 1649, Mai 15. Datirt ist das Schreiben: Preßburg den 3. Mai 1649. 2) S. Schreiben Burgdorfs an den Rath, datirt Wien, 13. Juni 1649. 2) Brgm. 1649, Juli 26. Diese rühmt Ferdinand III. in der Speck ertheilten Kommisston (Untergew, v 14).

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