Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 24)
- Language
- German
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324 Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. lichkeit und seines guten Leumundes höchlichst preist und zum obersten Hochmeister über alle und jegliche Hochmeister, Juden und Jüdinnen in Deutschland ernennt 2). Der Name wie die Zeit und die Herkunstdes Mannes in Verbindung mit der sichtlichen Rücksichtnahme auf ihn, die sich in unserem Reverse kundgiebt, machen diese Vermutung höchst wahrscheinlich; trifft sie zu, so gewinnt damit unsere Urkunde eine ganz besondere Bedeutung, und vielleicht hängt es denn auch mit diesem Aufenthalt des Meisters Israel in Rothenburg zusammen, daß wir 1408 daselbst einem Mann begegnen, der sich Schreiber des Judenhochmeisters nennt ^). Gegenreverse des Rathes sind uns nur drei erhalten, zwei für German von München, einer für Mennlein Katzenstein. Der erste, vom 25. August 1410 lautet so^): "5VLr 6ie dürrer ä«3 rate8 äer stat kotöindui'T uK äer laudei' dekennen oikendar mit äem drive vor allermeiiiKliekev, äa? ^vir Lerraann Äev Mäen von Nünenin?u dürrer inAennmen unä enptav^en Kaden noed laut unä äe8 drives, äen er uns mit sein selds dant noed MäLseder s'evi^ondeit ^e^eledent ^eden dat. ^.Iso äas er äise? needste^or unser dur- ^er sol deissen nnä sein, er, sein ^eiv, seine Icint unä sein ^esinäe, äie in seiin drot seint, äie ir ev^en ^elt niedt uslevden. Lullen unä innren aued üit2 jor dev uns sitzen unä >vonen unä ^vir sollen sie aued, äas ^jor U2, ir leid unä ir Ante sedirmen unä verant^urten als ander unser dürrer on^everäe. Unä 6arurnd dat er uns Aeden viert^eden Auläein ^u ste^vr unä?u dete unser stat^ unä äoinit sol er äit2 Höre aller anäer ste^r unä clinstes ^ein uns unä unser stat leäi^ unä üderdaden sein on- ^everäe. ^Van ime aued in äisein ^jore niedt lenzer ku^et d.ie 2n sein, 2u dleiden unä ^u wonen, so raaF er mit leide, ^ute, ^eid, kinäen unä mit seim Aesinäe din^e^ Laren, ^o er nil, on alle unser ^viäerreäe ongeveräe, äoed also äa2 er uns dalte suled stüeke, als er uns Kelodt, Aes^orn unä verdrieikt dat. verselde drive ^eden ist unä sein äatnm delte als äiser drive on alle Aeveräe. ^u urkunäe ^eden ^vir in äisen drive versi^elt mit unser vor^enani stat andan^enäem insiKel. (^eden am needsten monta^ vor LZiäii naed Odristi ^edurt viert^iedendunäert unä sieden ^'ore. Wesentlich gleichlautend sind die beiden anderen Gegenreverse (f. 64) für denselben German von Montag vor Aegidi (29. Aug.) 1412 und (f. 67) für Mennlein Katzenstein von Freitag vor Bartholomäus (18. Aug.) 1413. Nur die Steuersätze sind verschieden; Germans Steuer, die 1410 nur 14 Gulden betrug, wird 1412 auf 27 Gulden erhöht, die Steuer Mennleins betrug 1413 nur 13 Gulden — Daten, die leider nicht ausreichen, um eine genügende Vorstellung von der jährlichen Gesammteinnahme der Rothenburger von ihren Juden zu gewinnen. t) Vgl. Stobbe S. 146 ff. und Wolf in dieser Zeitschr. III, 159 ff. 2) Vgl. Güdemann in Frankels Monatsschrift XIII, 102 ff. 2) S. oben S. 321. Ein einfacher Rothenburger Rabbinatsschreiber ist darunter schwerlich zu verstehen. Einen solchen dürste es bei der geringen Bolkszahl der Gemeinde kaum gegeben haben. F. 62; Bug und Siegel abgeschnitten.