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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 3 · p. Seite 325

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
Date
1889-01-01
Page
Seite 325 (sequence 25)
Language
German
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Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. Z25 Trotz des in den Gegenreversen gegebenen Versprechens, nach Zahlung der vereinbarten Jahresabgabe die Juden mit allen anderen außerordentlichen Lasten und Diensten von feiten der Stadt zu verschonen, haben es die städtischen Behörden ebenso wenig wie die Kaiser unterlassen, diesen wehrlosen und widerstandsunfähigen Theil ihrer Einwohnerschaft auch sonst noch zu besteuern, wenn sie ein ungewöhnliches Geldbedürfnis hatten. Nicht daß das überhaupt geschehen ist, ist das bemerkenswerthe — denn warum sollten die Juden nicht ebensogut wie die christlichen Bürger in Zeiten der Geldverlegenheit mit ihrem Vermögen herangezogen werden? — aber die Art und Weise, wie es geschah, ist für die Rechtlosigkeit der Juden und für die zugleich heuchlerische und habgierige Art des Verfahrens gegen sie ungemein belehrend. Es ist schon länger bekannt, daß der Rothenburger Rath sich am 17. Juli 1400, also kurz vor seiner Absetzung, von König Wenzel eine Urkunde ausstellen ließ welche der Stadt volle Gewalt verlieh, daß sie „alle unä ^je^liene Mäeu, unser earnerkneent, de^ in ^onnar?tiA unä A6- Lessen ieöUllät Valien unä sekesen unä sied auek inres leides uuä Aktes unterteilen niesen, es sev an ^elt, karenä nad, senulät oäer veräerunA 2)". Die Urkunde ist offenbar erwirkt worden, um die Juden zu einem Beitrage zu den Kosten der Rüstung gegen die der Stadt damals von dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg drohende Gefahr ^), nöthigen zu können. Daß die Bürger von dem ihnen verliehenen Rechte Gebrauch gemacht haben, durfte man schon aus dem Umstände schließen, daß sie 1401, als sie Ruprecht anerkannten, sich vorher Indemnität für das, was sie an ihren Juden gethan, zusichern ließen^). In welcher Weise das aber geschehen ist, war bisher unbekannt und ergiebt sich erst aus der folgenden auf f. 36 unseres Bandes enthaltenen Urkunde. ^ir äise nernoedsenriden juäen man unä irawen, MNA unä alt, in äisen 2iten dürrer in 6er stat 2u Ketendui-S ur? äer l'uder Jele^en, mit namen ien (^etsenal^ Aans, ien Verl von ^urnit? sin elien Wirtin, ieli 8a1mau, ien Lrestel sin eliek nirtin, ien LvsenoL, ien Kvt^lin sin elien ^irtiv, ien I^iexnun, ien »suää siu elien Wirtin, iek I^eo von ^urnit^^ ieli Bensen S. 180, vgl. v. Wintersbach S. 76. 2) So ist offenbar zu lesen; Bensen „voran". H Vgl. v. Wintersbach S. 73 f. Hängt damit vielleicht das folgende Schreiben des Burqgrafen Friedrich an ^äen deseneiäen ^uäen ^saae von IrunenäinZen ^u Lv8cQ0i68N6irQ A6L6S86N" vom 27. Juni 1400 (Or. Sieael ab auf f. 31) zusammen??riäericn von Zotes Anaäen dur^^rave ^u I^ureinderK. Unseren Zru8?uvor. lieber de8onäerer Isak. äu uri8 Zssenriden nast, äa.8 naden ^ir ^vol verZtanäen. I^a88en ^vir äien bissen, äas ^vir auk einen taZe reiten rnü88en 2iu un8errn oneinre äen von OtinZen unä rnüssen in kellen teväunZen Zen äen von Mrälin^en, LonunZen unä Vunkel8vune1. ^Isxaläe ^vir äann ^iäer neiin Konren, 80 sollen v^ir äir ver8eQreiden, ^vonin äu?u uns 8o1t konunen unä dringe äann ade8enritR äeiner drive mit äir, 80 sollen ^vir rnit äir ^eZe Luden, äaran äien venuZet, ode ^ir rnuZen. Datum Onolsvaen äominiea äis xo8t «sonannis Laxti8tae. Ein Rothenburger ist der Adressat nicht, und wie der Brief ins Stadtarchiv gekommen ist, weiß ich nicht zu sagen. 4) Reichstagsacten IV, 295, n. 250.

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