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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 3 · p. Seite 317

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
Date
1889-01-01
Page
Seite 317 (sequence 17)
Language
German
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Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. Z17 Frankfurter Juden immer zwei Gesichtspunkte betont: einmal, daß der Angriff Pfefferkorns wider die ihnen von Kaisern und Päpsten ertheilten Freiheiten verstoße, — gerade wie unsere Urkunde das als Anlaß der Generalversammlung hinstellt —, sodann daß es sich dabei um eine gemeinsame Angelegenheit aller deutschen Juden handele und daher auch die Kosten gemeinsam getragen werden müßten. Nichts natürlicher, als daß sie auch die Verständigung, die sie in Augsburg durch wiederum ihren Geldbeutel belastende Zugeständnisse an Herzog Erich erzielten, dazu benutzten, um die Versammlung, die sie nicht auf gütlichem Wege hatten herbeiführen können, durch kaiserlichen Befehl zu erzwingen — vielleicht um neuen Angriffen, die sie vorhersehen konnten, gemeinsam zu begegnen, vielleicht um die schon getragenen Kosten z. Th. ersetzt zu erhalten, vielleicht sogar um eine gemeinsame Organisation für alle ähnlichen Fälle zu schaffen. Darum auch die Auswahl der Commissare. Von den fünf, die ernannt werden, gehören zwei dem Elsaß an; drei sind aus Regensburg, Worms und Frankfurt. In Worms und Frankfurt waren die Judenbücher durch Pfefferkorn confiscirt worden; die Regensburger Gemeinde ist diejenige, die von allen den innigsten Antheil an den Geschicken der Frankfurter genommen hat. Das ist gewiß kein Zufall. Ob die Wormser Versammlung zu Stande gekommen ist, weiß man bis jetzt ebensowenig, wie wir erfahren ob die Mahnung des Kaisers die Wirkung gehabt hat, die Rothenburger zu größerem Gemeinsinn für die Interessen ihrer Glaubensgenossen zu bewegen. Jedenfalls sollten sie bald an sich selbst die Wirkungen der immer weiter fortschreitenden antijüdischen Bewegung erfahren. Einer der seltsamsten Antisemiten jener Tage ist ein Herr Claus Wolgemut — hoffentlich kein Verwandter des berühmten Nürnberger Malers von gleichem Namen — der 1517 das folgende merkwürdige Schreiben an den Rothenburger Rath gerichtet hat (f. 148d): Nein 2) issilliA äin8t suvor. Lr8amen unä ^e^3en, dur^erma^ster und ratn, ir naxt vileient Aut bissen, ^vie ien äer MÄen aller oKentlien unä adKe8a^ter feint diu unä in eMl Har oder III nit im lanä Ze^ve8en. Ist äe82na1ben mein Se^88iS de^er unä ditt an euen, ir sollet äie ^emelten MÄev) wein teinä, ^iäer mied in eur statt nit kalten oäer mit in senakken. äas2 sie 8ien in aent oder X ta^en rnit nur vertragen. Oa82 ^vill ien mit mein ü-euvt^villi^en 6in8ten an euen und all äie euren Aeilissen sein 2u vereinen, ^e ader 8olen3 nit 8ein ^ollt, äass ien mien äoen 211 euen nit ver8ene, 80 mü8t ien smit^ meinen Anten freunä unä A68e11en i0tn8 Me^ev, ^ie ien mien ^e^ter in äen 8aenev nalten 80U. Litt äe82 euer Autlien ant^vort, mien äarnoen Iiad 2U rienten. Datum an 8ant Natke^82taA (24.?edr.) anno XVII. O1au82 ^ol^emut. Die Antwort des Rathes auf diesen Erpressungsbrief ist nicht erhalten, aber sie muß nicht befriedigend gewesen sein, da der „abgesagte Feind aller Ich habe bei diesem und einigen anderen Stücken des 15. Jahrh. die überflüssigen Konsonanten-Verdoppelungen beseitigt. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. III. 21

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